DER STANDARD

Tränengaseinsatz an der Grenze, Warnschüsse neben Schlauchbooten mit Vertriebenen: Wer trägt die Verantwortung für die zugespitzte Lage an der griechisch-türkischen Grenze, und was sollte geschehen, damit es zu einer Entspannung kommt? Über diese Frage diskutierten am Donnerstag der ÖVP-Abgeordnete im EU-Parlament, Lukas Mandl, und der türkische Botschafter in Wien, Ozan Ceyhun, im STANDARD-Studio.

Was sehr freundschaftlich begann, wurde zunehmend hitzig. Mandl warf der türkischen Regierung vor, mit einer Inszenierung Druck auf die EU aufbauen zu wollen. Eines seiner Beispiele: Seinen Informationen zufolge seien es nicht griechische Polizisten, die Tränengas an der Grenze einsetzen, die Geschoße würden türkische Aufschriften tragen.

Die Bedingungen der Türkei

Ceyhun widersprach heftigst: Die Türkei "schäme" sich dafür, wie die Griechen aktuell Flüchtlinge behandeln. Sehen Sie im Video, welche Bedingungen die Türkei hat, damit der Flüchtlingspakt langfristig erneuert werden kann – und warum die österreichische Regierung nicht davon sprechen sollte, dass Ankara die EU "erpresst". Und wie Mandl begründet, dass er keine Frauen und Kinder aus den überfüllten Flüchtlingslagern in Österreich aufnehmen will – weil die EU seiner Meinung nach genug tut. (Andreas Müller, Ayham Yossef, András Szigetvari, 5.3.2020)