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Casa di Giulietta, Verona, Italien

Verona ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn Touristen in eine Stadt kommen und etwas zu sehen erhoffen, das es de facto gar nicht gibt. Namentlich sind es die Fans von Shakespeares "Romeo und Julia". Diese waren enttäuscht, als sie herausfanden, dass es dort nichts zu sehen gab, was irgendwie in der Handlung der tragischen Liebesgeschichte vorkam. Aber da die Nachfrage eben vorhanden war, hat die Stadt beschlossen, den Shakespeare-Touristen eine Pilgerstätte zu geben. Und so wurde die Casa di Giulietta inklusive des berühmten Balkons erfunden und zu einem "Muss" beim Besuch von Verona. Millionen Touristen können nicht irren.

Foto: Getty Images/alxpin

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221B Baker Street, London, UK

Fakt und Fiktion vermischen sich auch in London, genauer gesagt in 221B Baker Street, wo der wohl berühmteste Detektiv der Welt, Sherlock Holmes, sein Heim haben soll.

Die City of Westminster nahm den Ansturm der Fans auf die real existierende Adresse zur Kenntnis und hat die Räumlichkeiten nahe Regent's Park dem Sherlock-Holmes-Museum überlassen. Dort können sich Touristen mit allerlei Sherlock-Holmes-Devotionalien eindecken.

Foto: Getty Images/TonyBaggett

Blaue Lagune, Island

In Island gibt es beinahe in jedem Dorf einen "Hot Pot" oder ein Hallenbad, das aus den heißen Thermalquellen der Vulkaninsel gespeist wird. Nur in der Nähe des Flughafens von Keflavik gab es nichts Vergleichbares. Also hat irgendein schlauer Isländer sich gedacht, dass man doch einen künstlichen Hot Pot anlegen könnte, um jene Touristen anzulocken, die vielleicht nur für einen kurzen Stop-over auf der Insel sind. Die Blaue Lagune inklusive Luxushotel und Transfer mit Bus direkt vom Flughafen war erfunden.

Foto: imago/robertharding

Tian-Tan-Buddha, Hongkong

Einen ähnlichen Gedanken wie Island hatte auch Hongkong und erschuf mit dem Tian-Tan-Buddha eine vom Flughafen aus gut erreichbare Attraktion. Die riesige Bronzestatue wurde in den 1990ern fertiggestellt, sieht aber so aus, als würde sie schon seit Jahrhunderten dort stehen, also sitzen. Weitaus älter ist jedenfalls das Kloster Po Lin unterhalb des Riesenbuddhas. Dort freut man sich über die vermehrte Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich.

Foto: REUTERS/Amr Abdallah Dalsh

Plymouth Rock, Massachusetts, USA

Heuer feiern die USA den 400. Jahrestag der Ankunft der ersten europäischen Siedler, die in Massachusetts die Neue Welt betraten. Nur, wo genau, das kann keiner gesichert sagen. Dennoch gibt es den Plymouth Rock, der ab dem 17. Jahrhundert als Symbol für die Anlandung der Pilgerväter gilt. Tausende Schüler wurden bereits zu dem ob seiner Größe eher unterwältigenden Stein gekarrt. Geschweige denn Touristen.

Foto: AP/Steven Senne

Checkpoint Charlie, Berlin

Hier lebt der Mythos der einstigen Mauerstadt Berlin weiter – zumindest für Touristen, die sich gerne vor dem Fake-Checkpoint mit Soldaten-Darstellern ablichten lassen. Aber immerhin befand sich die historische Grenzkontrollstation tatsächlich in der Nähe.

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El Dia de los Muertos, Mexiko-Stadt, Mexiko

Den Feiertag gibt es wirklich, so viel vorweg. Aber die spektakuläre, farbenfrohe Parade wurde ursprünglich für den James-Bond-Streifen "Spectre" (2015) kreiert – und dann zum touristischen Selbstläufer. Sodass sie ab dann jedes Jahr abgehalten wurde.

Foto: EPA/ETIENNE LAURENT

Venedig, weltweit

Während das echte Venedig langsam, aber sicher unterzugehen droht – durch Wasser und durch Touristenmassen –, geht's den vielen Replicas der berühmten Lagunenstadt ausgezeichnet. Man findet sie in Las Vegas, Dubai, China, Macau ...

Vor allem in China findet man die eine oder andere nachgemachte Sehenswürdigkeit, etwa Hallstatt oder auch "Thames Town", die Nachbildung eines typisch englischen Dorfes. (red, 6.3.2020)

Foto: imago/imagebroker