Wir werden wohl schon bald sehr viel in Sachen Designerbabys können und es trotzdem nicht tun, glaubt Moder.

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Höher, schneller, weiter? Nicht nur Spitzensportler wollen immer besser werden. Auch Menschen, die keine Hochleistungen vollbringen, streben immer öfter nach Optimierung. Der Molekularbiologe und bekannte "Science Buster" Martin Moder erklärt im Edition-Zukunft-Podcast, dass sich die Forschung zur genetischen Veränderung des Menschen derzeit aber "auf die Vermeidung von Leid und das Heilen von Krankheiten konzentriert".

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Natürlich könnte es theoretisch aber auch dazu genützt werden, Menschen für Marsmissionen fit zu machen oder sie zu Supersoldaten heranzutrainieren.

Aber ist das wahrscheinlich? Nein, sagt Moder. Allerdings nicht, weil es nicht möglich wäre oder die Menschheit zu vernünftig ist, sondern einfach, weil es wenig Sinn macht. Dazu schreitet der technologische Fortschritt zu schnell voran.

Wunsch nach regulärer Fortpflanzung

Moder erklärt, warum es dennoch wichtig ist, dass wir möglichst viel darüber wissen, was theoretisch machbar ist. Können wir etwa Menschen kleiner machen, um nicht so viel klimaschädliche Ressourcen zu verbrauchen? Können, ja. Sollen, nein. Zum Glück machen Menschen nicht immer alles, was technisch auch möglich wäre, ist Moder überzeugt. Denn bereits jetzt wäre vieles umsetzbar, was nicht gemacht wird.

Der Buchautor und Mikrobiologe Martin Moder im STANDARD-Gespräch.
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Eigenschaften wie Körpergröße ließen sich bereits heute im Nachwuchs beeinflussen. Allerdings konnten wir uns als Gesellschaft darauf einigen, dies nicht zu erlauben. Dennoch fliegen Menschen nicht massenhaft nach China, um ihre Kinder in Undergroundlaboren optimieren zu lassen. Der "Science Buster" ist überzeugt, dass die Veränderung des Menschen deutlich mehr positives Potenzial hat, als die verbreiteten Horrorszenarien uns glauben lassen. (red, 6.3.2020)