Die Stufenpyramide von Djoser ist wieder für Besucher zugänglich.
Foto: APA/AFP/MOHAMED EL-SHAHED

Kairo – Die Stufenpyramide des altägyptischen Pharaos Djoser in Sakkara gilt mit rund 4.700 Jahren als älteste erhaltene und auch als eine der bekanntesten Pyramiden Ägyptens. Jahrelange zwischendurch unterbrochene Renovierungsarbeiten haben sie für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht. Nun aber ist die Instandsetzung beendet und das Bauwerk wurde wieder für Besucher geöffnet.

Stufen führen tief unter die Pyramide.
Foto: APA/AFP/MOHAMED EL-SHAHED

Das ägyptische Antikenministerium lud am Donnerstag zur Eröffnung der Stufenpyramide, die etwa eine Autostunde südlich von Kairo liegt. Der Zugang für Touristen wird aufgrund der beengten Platzverhältnisse mit etwa 45 Besuchern pro Tag immer noch eingeschränkt sein. Die Gesamtkosten der Renovierung beliefen sich nach offiziellen Angaben auf 104 Millionen Ägyptische Pfund, das sind umgerechnet sechs Millionen Euro.

Der Zugang zu Djosers Gruft.
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Höchstes Bauwerk der Nekropole von Sakkara

Die um um 2650 vor unserer Zeitrechnung errichtete Djoser-Pyramide ist mit einer Höhe von 62 Metern das größte Bauwerk der Totenstadt von Sakkara. Unter allen Pyramiden Ägyptens ist sie die neunthöchste. In der Nekropole waren vom 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung bis in die Perserzeit Könige und Beamte beigesetzt.

Unterhalb der Pyramide von Djoser, die auch als Netjerichet-Pyramide bezeichnet wird, führt ein tiefer Schacht zu einer Gruft, die mit einem 3,5 Tonnen schweren Granitstein verschlossen wurde. Weitere Gänge führen zu Räumen, in denen Mitglieder der Königsfamilie bestattet wurden.

Blick von oben auf die Grabkammer mit den Sarkophag von Pharao Djoser.
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Streit über angeblich unsaubere Renovierung

Das aus sechs abgesetzten Stufen bestehende Bauwerk war zwischen 2006 und 2011 umfangreich restauriert worden. Die Arbeiten wurden im Zuge der ägyptischen Revolution dann ausgesetzt. 2013 – dem Jahr der Machtübernahme des derzeitigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi – wurden die Arbeiten schließlich fortgesetzt.

Gänge im Inneren der Stufenpyramide führen zu Räumen, in denen Mitglieder der Königsfamilie bestattet wurden.
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Zwischenzeitlich war ein Streit darüber entbrannt, ob an dem antiken Bauwerk unsauber gearbeitet wurde. Das Antikenministerium gestand schließlich ein, dass die Abtragung einer verfestigten Staubschicht der Pyramide unnötigen Schaden zugefügt, sich schlecht auf deren Statik ausgewirkt und die Kernsubstanz dem Wetter ausgeliefert hatte. Archäologen hatten zeitweise gewarnt, die Pyramide stünde kurz vor dem Zerfall. (red, APA, 5.3.2020)