Schutzmasken sind seit Ausbruch der Corona-Epidemie rar geworden.

Foto: EPA / RITCHIE B. TONGO

Hinweis: Aufgrund der besseren Übersichtlichkeit wechseln wir in den Livemodus. Den Liveticker finden Sie hier.

  • Am Freitagvormittag stieg die Zahl der infizierten Österreicher auf 47, erste Patienten gelten als wieder geheilt.
  • Volksschule in Wien wegen zwei Verdachtsfällen gesperrt.
  • Mädchen in Stockerau positiv getestet.
  • Die österreichische Bundesregierung übernimmt Haftung für Kredite an heimische Hotels.
  • Die Opec will mit einer drastischen Drosselung ihrer Ölförderung auf die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus reagieren.
  • Heimische Transporteure leiden unter Corona-Epidemie.
  • Das österreichische Außenministerium sprach eine volle Reisewarnung für den Iran und Südkorea aus. In dem ostasiatischen Staat stieg die Zahl der Infektionen auf 6.000.
  • Das Sozialministerium und der Verein für Konsumenteninformation starten eine Hotline für reiserechtliche Fragen. Die Gratisnummer 0800 201 211 ist von Montag bis Sonntag von neun bis 15 Uhr erreichbar.
  • Das deutsche Robert-Koch-Institut erklärte Südtirol zum Risikogebiet.
  • Erster Infektionsfall im Vatikan.
  • In Frankreich infizierte sich ein Parlamentarier mit dem Virus, er liegt auf der Intensivstation.
  • Das Coronavirus breitete sich auch in den USA weiter aus. Der US-Kongress schnürte ein Hilfspaket.

Der Kampf gegen das Coronavirus beschäftigt am Freitag Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und seine EU-Kollegen bei einem weiteren Sondertreffen in Brüssel. Ziel ist eine enge Koordination, zumal sich die neue Krankheit Covid-19 in Europa ausbreitet. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC rund 4.200 Infektionen registriert. Davon betrafen mehr als 3.000 Fälle Italien. In Österreich waren es am Freitagvormittag 47 bestätigte Infektionsfälle. Unter anderem wurde eine Mitarbeiterin des Landesklinikums Korneuburg, die mit Corona-Patienten Kontakt hatte, positiv getestet und unter häusliche Quarantäne gestellt. Zugleich gelten jedoch die ersten österreichischen Patienten als geheilt.

Wiener Volksschule gesperrt

Eine Volksschule in der Galileigasse in Wien-Alsergrund ist am Freitag wegen zwei Coronavirus-Verdachtsfällen im Lehrkörper gesperrt worden. Die beiden möglicherweise infizierten Lehrerinnen wurden mittlerweile getestet. Nach Vorliegen der Ergebnisse im Laufe des Freitags würden weitere Veranlassungen getroffen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsstadtrats Peter Hacker.

Die Schließung wurde von den Gesundheitsbehörden in Abstimmung mit der Bildungsdirektion veranlasst. Von der Vorsichtsmaßnahme sind rund 200 Schüler und 35 Lehrpersonen betroffen.

Mädchen in Stockerau positiv getestet

Am Gymnasium Stockerau (Bezirk Korneuburg) ist ein Mädchen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Mitschüler in der Klasse der Infizierten und Lehrer befinden sich nach Angaben aus dem Büro von Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) vom Freitag in häuslicher Quarantäne. Sollten Symptome auftreten, würden sie ebenfalls getestet.

Eine Zusammenfassung der Entwicklungen in Österreich vom Donnerstag in der "ZiB Nacht".
ORF

Regierung übernimmt Haftung für Kredite an Hotels

Die Bundesregierung übernimmt die Haftung für bis zu 100 Millionen Euro an Krediten für Hotels, die unter den Folgen des Virus besonders stark leiden, kündigten Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und WKÖ-Präsident Harald Mahrer (beide ÖVP) am Freitag in Wien an. Die Maßnahme soll kommende Woche im Ministerrat beschlossen und dann innerhalb einer Woche umgesetzt werden. Ausführlicher STANDARD-Bericht zum Thema.

Opec will Ölförderung drosseln

Das Ölgeschäft leidet unter dem Coronavirus – auch in Österreich. Beim Öl- und Gasriesen OMV läuft durch die Corona-Krise das Geschäft bei Flugbenzin (Kerosin) "extrem schlecht", sagt Konzernchef Rainer Seele in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Freitag). Nicht nur die Airlines würden leiden, auch die Raffinerien. "Die Rohölnachfrage ist deutlich zurückgegangen", so Seele.

Auf die wirtschaftlichen Folgen des neuen Coronavirus will das Ölkartell Opec mit einer deutlichen Kürzung der Rohölförderung reagieren. Die zuständigen Minister der 14 Mitgliedsstaaten machten am Donnerstag in Wien deutlich, dass sie eine Kürzung um 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag bis Jahresende anstreben.

Transporteure leiden

Die heimischen Transporteure bekommen die Auswirkungen der Handelshemmnisse durch die Ausbreitung des Coronavirus immer mehr zu spüren. Insbesondere die mangelnden Kapazitäten in der Luftfracht, der Engpass bei Seecontainern und der lahmende Bustourismus schlagen durch. Die Taxler merken wiederum den auslassenden Kongresstourismus.

Aus China würden kaum noch Container kommen, was zu einem weiteren Problem führe: Es fehle der laufende Umschlag an Seecontainern, wodurch es hier regional zu Engpässen komme. Angedacht werde daher, drei Containerdepots in Österreich zu schaffen, worin Leercontainer gebunkert werden sollen, damit – wenn das Geschäft wieder anläuft – verschifft werden kann. "Durch diese Vorgangsweise entstehen natürlich Mehrkosten durch die Lagerung, aber auch ein exorbitanter Mehraufwand", so Alexander Klacska, Obmann der Transporteure in der WKÖ.

Volle Reisewarnung für Südkorea und Iran

In China ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 weiter gestiegen: Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, kamen im Vergleich zum Vortag 30 Opfer hinzu. 29 Todesfälle wurden in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei registriert, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Insgesamt sind in China bisher mehr als 3000 Menschen an dem Erreger gestorben. Chinas Umweltministerium hat angekündigt, die Umweltprüfungen für "dringend benötigte" Projekte zum Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie auszusetzen.

Neue Gratishotline zu reiserechtlichen Fragen

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und das Sozialministerium starten indes eine Hotline zu reiserechtlichen Fragen. Viele Konsumenten haben in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten eine Reise gebucht und stellen sich die Frage, ob sie diese antreten sollen und unter welchen Bedingungen sie kostenlos zurücktreten können. Die Nummer 0800 201 211 ist von Montag bis Sonntag jeweils von neun bis 15 Uhr erreichbar, heißt es in einer Aussendung des VKI.

Südtirol als Risikogebiet eingestuft

Das deutsche Robert Koch Institut hat Südtirol zum Risikogebiet erklärt. Am Freitagvormittag befanden sich in der autonomen Provinz 125 Menschen in häuslicher Quarantäne. Bis Freitag wurden 30 deutsche Südtirol-Urlauber positiv auf das Virus getestet. Beweise, dass sich die Urlauber auch wirklich in Südtirol angesteckt haben, gebe es keine, schreibt die Südtiroler Online Zeitung stol.it.

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Aus dem Südtiroler Reschensee gleich hinter der Grenze zu Österreich ragt ein Kirchturm.
Foto: Getty Images/Stockphoto

Erster Fall im Vatikan

Zum ersten Mal ist ein Coronavirus-Infektionsfall im Vatikan gemeldet worden. Die Ambulatorien des Vatikans seien zur Desinfizierung geschlossen worden, berichtete der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni. Das Nothilfe-Präsidium im Vatikan bleibt offen.

Der Vatikan habe die italienischen Gesundheitsbehörden über den Infektionsfall informiert. Zugleich seien alle für Infektionsfälle vorgesehenen sanitären Protokolle aktiviert worden. Der Vatikan hatte zuletzt berichtet, sich an die von Italien ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen zur Eingrenzung der Epidemie anpassen zu wollen.

Mehr als 6.000 Fälle in Südkorea

In Südkorea stieg die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen auf mehr als 6.000. In keinem anderen Land außerhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet. Das österreichische Außenministerium setzt die Sicherheitsstufe für Südkorea wie auch für den Iran auf die höchste Stufe hinauf – das bedeutet eine volle Reisewarnung.

Frankreich stark betroffen

In Europa ist Frankreich nach Italien und vor Deutschland das am stärksten von dem neuartigen Erreger betroffene Land in der EU. Auch ein Abgeordneter der französischen Nationalversammlung infizierte sich mit dem neuartigen Virus. Der Parlamentarier befindet sich im Krankenhaus auf der Intensivstation. Italien schloss am Donnerstag seine Schulen und Universitäten im ganzen Land.

Weitere Ausbreitung in USA

Das Coronavirus erfasst mit steigenden Fallzahlen immer weitere Teile der USA. Landesweit wurden am Donnerstag mindestens 57 neue Infektionen gemeldet. Damit sind laut der Regierung in Washington jetzt mindestens 150 Fälle bestätigt. Mindestens zwölf Menschen starben an der Atemwegserkrankung.

Zuletzt wurden Ansteckungen auch in Colorado, Maryland, Tennessee und Texas registriert, womit nun 17 Bundesstaaten betroffen sind. Brennpunkt der Krankheitswelle ist der Großraum Seattle im Nordwesten der USA. Dort sind allein in einem Altersheim sechs Menschen dem Virus erlegen. US-Vizepräsident Mike Pence, der den Kampf gegen die Epidemie koordiniert, versprach bei einem Besuch in der Region Hilfen. Noch am Freitag sollte Präsident Donald Trump insgesamt 8,3 Milliarden Dollar Hilfsgelder freigeben.

In der Metropole Seattle im Nordwesten der Vereinigten Staaten werden öffentliche Verkehrsmittel desinfiziert.
Foto: Reuters

Der US-Kongress hatte das Paket am Donnerstag auf den Weg gebracht. Die Virus-Ausbreitung in den USA hat die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Das Thema beschäftigt auch die US-Notenbank: Fed-Mitglied Robert Kaplan sieht die Zahl der Neuinfektionen in den USA als zentralen Faktor bei der nächsten Zinsentscheidung. Die Unternehmenswelt ist auch praktisch betroffen. So forderten Google, Microsoft, Amazon und Facebook nach ersten Fällen ihre insgesamt mehr als 100.000 Beschäftigten im Großraum Seattle auf, von zu Hause aus zu arbeiten. Facebook und Google rieten zuletzt auch rund um San Francisco zum Home Office. (red, 6.3.2020)