Trader Michael Gallucci dürfte sich verspekuliert haben.

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New York – Aus Enttäuschung über das bisherige Ausbleiben von Details zum geplanten US-Konjunkturprogramm sind die US-Börsen am Mittwoch wieder auf Talfahrt gegangen. Vor allem im späten Handel beschleunigte sich der Ausverkauf an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index schloss 5,9 Prozent tiefer auf 23.553 Punkten.

Der technologielastige Nasdaq brach 4,7 Prozent auf 7952 Punkte ein. Der breit gefasste S&P 500 büßte 4,9 Prozent auf 2741 Punkte ein. Am Dienstag hatten die Marktbarometer noch jeweils etwa fünf Prozent zugelegt.

Trump traf Senatoren

US-Präsident Donald Trump hatte sich zwar mit US-Senatoren getroffen, um über Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie zu beraten. Er stellte auch Hilfen für die besonders betroffenen Branchen Kreuzfahrt und Luftfahrt in Aussicht. Konkrete Ankündigungen machte er aber zunächst nicht.

Offenbar habe der Präsident Probleme, seine Vorstellungen im Kongress, der die Hoheit über den Haushalt besitzt, durchzusetzen, sagte Anlagestratege Kenneth Broux von der Bank Societe Generale. "Wir wissen, dass Trump gerne große Zahlen präsentiert. Sie versuchen sicher, alles für eine große Ankündigung zusammenzukratzen."

Sportartikelhersteller befürchten Coronavelruste

Mit einem Minus von 4,9 Prozent gehörte Nike zu den größten Verlierern an der Wall Street. Die Papiere des Rivalen Under Armour büßten 3,1 Prozent ein. Zuvor hatten die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma vor Einbußen durch die Coronavirus-Epidemie gewarnt.

Unter Verkaufsdruck standen auch Finanzwerte. Die erwartete erneute Zinssenkung durch die Notenbank (Fed) ist ein Belastungsfaktor für die Gewinnmargen der Geldhäuser. Die Titel von Citigroup und JPMorgan ließen zwischen 4,7 und 8,6 Prozent Federn.

Boeing minus 18 Prozent

Ein akuter Geldbedarf von Boeing verunsicherte Anleger. Die Aktien des US-Flugzeugbauers fielen um mehr als 18 Prozent. Einem Insider zufolge will das Unternehmen eine 13,8 Milliarden Dollar schwere Kreditlinie bis zum Freitag komplett ausschöpfen, um damit die Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufedern. Mit den Problemen um den Unglücksflieger 737 MAX, der seit Monaten am Boden bleiben muss, habe das nichts zu tun.

In Frankfurt schloss der Dax 0,4 Prozent tiefer auf 10.438 Punkten. Am Rohölmarkt gingen die Preise erneut in den Keller. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 4,6 Prozent auf 32,76 Dollar je Barrel (159 Liter). Durch das Aus für die Förderbremse steuere der Weltmarkt auf ein Überangebot zu, sagte Analyst Han Tan vom Online-Broker FXTM. "Und das zu einer Zeit, in der die Nachfrage wegen der Coronavirus-Epidemie gedämpft wird." (red, Reuters, 11.3.2020)