Ein Amazon-Mitarbeiter im Logistikcenter in Baltimore, Maryland.

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Die Coronavirus-Pandemie sorgt dafür, dass Millionen Menschen auf der Welt den Großteil ihrer Zeit in ihren eigenen vier Wänden verbringen. Statt Büro ist für sie Homeoffice angesagt, und weil Kinos, Restaurants und andere Lokalitäten geschlossen haben, boomen Videospiele und andere Indoor-Aktivitäten.

Auch unser Einkaufsverhalten ändert sich dadurch. Hygieneprodukte und andere Artikel des täglichen Bedarfs werden wichtiger. Eine Umstellung der Nachfrage, auf die viele Onlinehändler reagieren. Dazu zählt auch Branchenriese Amazon. Diese Anpassung hat aber folgen. Zustellungen könnten in Zukunft länger dauern, mitunter einen Monat lang.

Nur noch "essenzielle" Produkte

Den Anfang haben die USA und Großbritannien gemacht. Dort nimmt man von Händlern keine "nicht lebensnotwendigen" Produkte mehr an, um Lagerplatz und Logistikressourcen für Hygieneartikel, Essen und andere Güter freizuhalten, an denen gerade hoher Bedarf besteht. Dieses Modell weitet der Konzern nun aus.

Auch in Frankreich und Italien – dem in Europa bislang am schwersten betroffenen Land – werden Alltagsgüter künftig bevorzugt behandelt. Eine Ausweitung dieses "Krisenmodells" auf andere Staaten wäre nicht verwunderlich, steht die Pandemie in einigen Ländern doch gerade erst am Anfang.

Steigende Lieferzeiten für andere Artikel

Und das hat Folgen für die Lieferzeiten, egal ob man ein "normaler" Kunde ist oder ein Prime-Abo besitzt, das eigentlich flotte Gratiszustellung für viele Artikel garantieren soll. In den USA ist das bereits zu sehen. Für viele nichtessenzielle Produkte, die Amazon direkt verkauft, ist die erwartete Lieferzeit bereits von den üblichen ein bis zwei Tagen auf einen Zeitraum zwischen fünf Tagen und einem Monat gerutscht.

Kunden, die noch vor der Umstellung betroffene Produkte bestellt haben, werden über Verzögerungen per E-Mail informiert. Manche berichten auch in sozialen Medien darüber, dass sie nun deutlich länger warten müssen.

Auch in Sachen Personal rüstet sich Amazon für die erwartete höhere Nachfrage in den kommenden Monaten. Alleine in den USA sucht man 100.000 neue Mitarbeiter für die Logistik. (gpi, 23.3.2020)