A1 bietet der Regierung Bewegungsdaten.

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A1 bietet der Bundesregierung Bewegungsstromanalysen an, um zu ermitteln, wie gut sich Österreicher an die Ausgangsbeschränkungen halten. Das wurde vergangene Woche bekannt – das Unternehmen betont dabei, dass es sich um anonymisierte Daten handle. Es gehe ausschließlich darum, festzustellen, wie stark die Bewegungen im öffentlichen Raum abgenommen haben. Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, Mitglied des Krisenstabs der Regierung, hat nun aus Gründen der Transparenz Screenshots auf Twitter veröffentlicht, um zu zeigen, welche Daten zur Verfügung gestellt werden.

20er-Schritte

Daten werden laut A1 in "20er"-Schritten geliefert. Das heißt, ablesbar ist nur, ob sich "bis zu" 20 User bewegen (ab 21 Personen "bis zu 40" und so weiter). Damit könne aber keine Aussage darüber getroffen werden, ob etwa drei Personen "von A nach B gehen", so A1. Das Unternehmen bietet die Bewegungsanalysen gemeinsam mit Invenium, einem Spin-off der TU Graz, an.

So kam man den Screenshots zufolge zu dem Schluss, dass die Mobilität in Städten an Samstagen um 90 Prozent abgenommen habe. Auch wurde die Zahl der Menschen, die sich in der Stadt bewegen, etwa zum Einkaufen, grafisch aufbereitet. In kleinen Städten sei die Reduktion nicht so groß, da es dort an normalen Werktagen weniger Mobilität gebe.

Standortüberwachung gegen Coronavirus

Rechtlich dürfte das Vorgehen DSGVO-konform sein, sofern eine tatsächliche Anonymisierung erfolgt. Da Maßnahmen zur Standortüberwachung offenbar in China und Südkorea zu greifen scheinen, entscheiden sich immer mehr Staaten dazu, ihre Bürger zu tracken. In Deutschland etwa wurde am Wochenende ein entsprechender Gesetzesentwurf öffentlich, laut dem Gesundheitsbehörden die Berechtigung erhalten hätten, auf Bewegungsdaten zuzugreifen, um beispielsweise Personen, die mit Infizierten in Kontakt getreten sind, zu benachrichtigen. Nach massiver Kritik wurde er vorerst zurückgenommen, bis Ostern will man die Maßnahmen überarbeiten. (muz, 23.3.2020)