Disneys Geheimwaffe: Baby Yoda aus der Star Wars-Serie The Mandalorian.

Foto: Disney+/Handout via REUTERS

Seit Dienstag ist in Europa ein neuer Streaminganbieter verfügbar. Disney+ macht mit seinem Angebot an populären Serien und Filmen Netflix und Amazon ordentlich Konkurrenz. Wir haben uns angesehen, wie nutzerfreundlich die App ist und welche Inhalte zum Start hierzulande zur Verfügung stehen.

Die Anmeldung ist einfach. Man registriert sich mit seiner E-Mail-Adresse, vergibt ein Passwort und trägt seine Zahlungsinformationen ein. Das ist notwendig, auch wenn man das Angebot zunächst für einen Zeitraum von sieben Tagen kostenlos ausprobieren will. Im Monat verlangt Disney 6,99 Euro – das ist weniger als beispielsweise beim günstigsten Abo von Netflix um 7,99 Euro. Alternativ kann man ähnlich wie bei Amazon ein Jahresabo um 69,99 Euro wählen. Als Zahlungsmittel stehen nur Kreditkarte oder Paypal zur Verfügung.

Die Oberfläche von Disney+ – hier die Browser-Version.
Screenshot: red

Disney+ kann im Browser sowie über folgende Apps genutzt werden:

Amazon: Fire-TV-Geräte, Fire TV Edition Smart TVs und Fire-Tablets

Apple: iPhone, iPad, iPod touch und Apple TV sowie komplett integriert in der Apple-TV-App; Konsumenten können sich für Disney+ via In-App-Kauf anmelden

Google: Android-Phones, Android-TV-Geräte, Google Chromecast und Geräte mit integrierter Chromecast-Technologie

LG: Smart TVs mit webOS

Microsoft: Xbox One

Samsung: Tizen Smart TVs

Sony: Android-basierte Smart TVs und Playstation 4

Die Oberfläche der App unterscheidet sich nur wenig von der Browser-Version.
Screenshot: red

Die Ansicht der Startseite erinnert stark an Netflix. Oben werden bestimmte Inhalte angeteasert, darunter folgt die von der Konkurrenz bekannte Karussell-Oberfläche, über die die Titel pro Kategorie von links nach rechts durchgescrollt werden können. In der Menüleiste findet man eine Suchfunktion, "Meine Liste", Originals (also extra für das Angebot produzierte Inhalte) sowie allgemein Filme und Serien. Wie auch bei Netflix kann man verschiedene Profile für mehrere Nutzer anlegen – bei Kinderprofilen sind bestimmte Inhalte nicht verfügbar.

Ob man diese Oberfläche mag, ist eine Geschmacksfrage. Wie bei Netflix und Amazon werden auf dem Startscreen verschiedene Kategorien angeboten – bei Disney sind das etwa "Mystery-Spaß", "Komödien" oder "Nostalgische Filme" sowie auch Empfehlungen. Hier kann man rasch den Überblick verlieren. Die Anzeige nach bestimmten Genres ist allerdings auch möglich. So gibt es in der Kategorie Filme beispielsweise die Genres Action/Abenteuer, Animation, Komödie, Dokumentation, Drama, Kinder und Kurzfilme.

Wählt man einen Titel aus, erhält man eine Kurzbeschreibung des Inhalts, verfügbare Folgen (bei Serien), weitere Empfehlungen passend zu dem Titel, Extras (z. B. Trailer) und zusätzliche Details zu Film oder Serie. Die Videos lassen sich in Zehn-Sekunden-Schritten vor- und zurückspulen, über einen Button kann man Sprache und Untertitel wählen. Ein Zusatzmenü gewährt – wie bei Amazon Prime Video – gewisse Gestaltungsmöglichkeiten für die Untertitel.

Die Oberfläche ist simpel und erinnert an Netflix, manche Funktionen an Amazon Prime Video – etwa die Download-Möglichkeit in den Smartphone-Apps.
Screenshot: red
An die 600 Filme bietet Disney+ derzeit.
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Das User Interface der App unterscheidet sich nur wenig von dem der Browser-Version. Einzig die Menüleiste ist etwas gestrafft. Über ein Lupensymbol gelangt man sowohl zur Suchfunktion als auch zu den Kategorien Originals, Filme und Serien. Wie bei Amazon lassen sich auch bei Disney+ einzelne Titel auf das Smartphone herunterladen. So können Filme und Serien auch ohne aufrechte Internetverbindung wiedergegeben werden. Disney+ kann von Haus aus auf bis zu vier Geräten gleichzeitig gestreamt werden. Upgrades dafür gibt es keine.

Die Inhalte

Wie auch bei anderen Streamingdiensten kann das Angebot von Land zu Land aufgrund von Rechtebeschränkungen variieren. Im Redaktionstest wurden derzeit knapp über 130 Serien und um die 600 Filme gezählt. In Österreich stehen beispielsweise sämtliche Star Wars-Filme mit Ausnahme von The Rise of Skywalker – dem letzten Teil der letzten Trilogie – zur Verfügung. In der Toy Story-Reihe findet man die ersten drei Teile sowie Clips. Der vierte Teil erscheint erst am 11. April. Bei Amazon Prime Video gibt es ihn schon, allerdings nur zum Kaufen.

Auch Klassiker findet man zahlreiche. Von nostalgischen Mickey Mouse-Kurzfilmchen über Liveaction-Filme wie Mary Poppins und Elliot bis zu bekannten Animations-Hits wie Bambi oder Taran und der Zauberkessel. Auf den ersten Blick dürfte im Angebot nichts fehlen, was man sich von dem Dienst erwartet. Alleine die neuesten Kinofilme stehen noch nicht zur Verfügung.

Fazit

Die Oberfläche ist simpel, Disney+ hat sich ganz offensichtlich an anderen Diensten orientiert und keine Experimente gewagt. So findet man sich in einer vertrauten Umgebung mit nützlichen Features wieder.

Das Problem für die Nutzer: Netflix, Amazon und Disney+ bieten unterschiedliche Inhalte, und wer in Zeiten der Coronakrise stärker auf seine Ausgaben achten muss, wird nicht mehrere Streamingdienste mit fixen Monatskosten abonnieren. Der Vorteil von Disney: Es kann auf eine Fülle bekannter Filme und Serien zurückgreifen und hat mit Star Wars, Pixar, Marvel und National Geographic enorm populäre Marken zur Verfügung. Gerade für Familien könnte daher ein Wechsel zu dem Dienst interessant sein. (Birgit Riegler, 24.3.2020)