Trotz Schließung mussten dutzende Tesla-Angestellte zur Arbeit erscheinen, um abschließende Arbeiten bei den E-Autos zu vollenden und sie für die Auslieferung bereit machen.

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Tesla stoppte die Produktion ihrer E-Autos in Kalifornien mit Montag, den 23. März. Grund dafür sei auch das Auftreten zweier bestätigter COVID-19-Infizierungen. Dutzende Mitarbeiter mussten Anfang der Woche dennoch wieder in die Fabrik, um die letzte Fuhre an Autos fertigzustellen, wie "The Verge" berichtete. Die Informationen seien einer an Tesla-Mitarbeiter versendeten E-Mail entnommen worden.

Abschließende Arbeiten

Die Mitarbeiter, die sich um die abschließenden Arbeiten der Autos kümmerten, mussten demnach weiterhin in die Fabrik bis die letzten Autos lieferbereit waren. Einer anonym bleiben wollender Mitarbeiter bestätigte gegenüber "The Verge", dass im Laufe der Woche mehrere Angestellte kommrn mussten

Polizei: Richtlinien eingehalten

Ein Polizeisprecher erklärte, dass man die Fabrik näher inspizierte und zu dem Schluss kam, dass die dort vorherrschenden Maßnahmen und Anzahl an Arbeitenden den derzeitigen Richtlinien zur Eindämmung von COVID-19 entsprachen. "Die Herstellung neuer Autos wurde gestoppt, nur eine kleine Anzahl an Mitarbeitern sind in der Fabrik und vor Ort sind die Maßnahmen zum Abstandhalten gegeben."

Fabrikarbeiter würden der E-Mail zufolge erst bezahlten Urlaub erhalten, sobald ihre Abteilung offiziell geschlossen sei. Sich unwohl fühlende Mitarbeiter könnten unbezahlten Urlaub nehmen.

Abschließende Arbeiten bei Tesla dauern pro Auto mit "moderaten Problemen" ein paar Stunden, sagte der anonymisierte Mitarbeiter. Als vergangenen Montag die Produktion eingestellt worden war, waren einige Autos als "noch in Bearbeitung" hinterlassen.

Infizierte längst in Quarantäne

Bei herkömmlichen Autos dauern die abschließenden Arbeiten ein paar Minuten, sagt Sam Abuelsamid, leitender Analytiker bei Navigant Research. Anfragen zur Produktion oder den zwei infizierten Angestellten ließ Tesla unbeantwortet.

Derzeit sei unklar, in welchem Betrieb die zwei erkrankten Personen arbeiteten. Laurie Shelby, Leiterin von Teslas Gesundheits- und Sicherheitsabteilung, erklärte in einer Mail, dass die zwei Angestellten "knapp zwei Wochen von zuhause aus arbeiteten", bevor sie positiv auf COVID-19 getestet wurden. Beide Angestellten seien "zuhause in Quarantäne und erholen sich," schrieb Shelby.

Herstellung von Beatmungsgeräten

Die neueste Fabrik in China musste aufgrund des Virus ebenfalls geschlossen werden. Elon Musk verkündete per Twitter, dass man die Fabrik in New York "so schnell wie nur menschenmöglich" wieder öffnen wolle, um bei der Produktion benötigter Beatmungsgeräte Hilfe zu leisten, die für die Behandlung der schlimmsten COVID-19 Symptome lebenswichtig sind. (emko, 29.03.2020)