Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte die Nato "hirntot" genannt.

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Brüssel – Nach der Kritik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der die Nato als "hirntot" bezeichnet hatte, setzte das Bündnis eine Expertengruppe ein, um an Reformplänen zu arbeiten. Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag mitteilte, gehören der Gruppe fünf Frauen und fünf Männer aus den Mitgliedsstaaten an.

Den Vorsitz teilen sich der frühere deutsche Innen- und Verteidigungsminister Thomas de Maizière und der ehemalige US-Diplomat Wess Mitchell.

Ziel: Stärkung der Einheit

Der französische Präsident begründete seine Kritik in einem Interview Anfang November 2019 unter anderem mit einer mangelnden Koordination der USA mit den Europäern und dem "aggressiven" Vorgehen des Nato-Mitglieds Türkei in Nordsyrien.

Der Vorschlag, eine Expertengruppe für Reformen einzusetzen, kam daraufhin vom deutschen Außenminister Heiko Maas. Der Nato-Gipfel im Dezember in Großbritannien unterstützte dies. Die Gruppe soll bis zum nächsten Treffen der Nato-Staats- und -Regierungschefs Anfang kommenden Jahres Reformvorschläge unterbreiten.

Die Gruppe werde dabei über ihre Arbeit an Stoltenberg berichten, erklärte das Bündnis. Ziel seien "Empfehlungen zur Stärkung der Einheit des Bündnisses, zur Intensivierung der politischen Konsultationen und der Koordinierung zwischen den Bündnispartnern sowie zur Stärkung der politischen Rolle der Nato".

Weitere Mitglieder der Gruppe kommen von den Mitgliedsstaaten Kanada, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Türkei und Großbritannien. (APA, 31.3.2020)