Was geht mich das an, wer in den USA Präsident ist?

Es ist so: Der US-Präsident ist sehr, sehr mächtig. Viele sagen sogar: Wer im Oval Office sitzt, ist die mächtigste Person der Welt! Im Oval was? Oval Office. So heißt das Büro des Präsidenten, weil es eine ovale Form wie ein Ei hat.

Die USA waren nicht immer so mächtig. In den vergangenen 100 Jahren waren sie aber meistens das Land mit dem meisten Geld und dem stärksten Militär. Sie haben deshalb viele Kriege gewonnen. Außerdem werden mit amerikanischem Geld, dem Dollar, weltweit ganz viele Geschäfte gemacht.

Trump vor dem Weißen Haus.
Foto: AP / Patrick Semansky

Der US-Präsident darf auch viel mehr entscheiden als zum Beispiel der österreichische Präsident oder unser Bundeskanzler. Ganz viele befreundete Länder tun das, was der US-Präsident von ihnen will. Die USA sind bei vielen Leuten aber auch deshalb sehr beliebt und bekannt, weil viele Filme dort gedreht wurden, viele Stars dort leben. Auch McDonalds und Coca-Cola machten die USA berühmt. Kurz gesagt: Die USA sind wohl das bekannteste und mächtigste Land der Welt. Deshalb ist es wichtig, wer der Boss der USA ist.

Wird trotz Corona überhaupt gewählt?

Wahrscheinlich schon. Gewählt wird erst in sieben Monaten, im November. Es kann sein, dass es dann schon ein Medikament gegen Corona gibt. Es kann aber auch sein, dass eine normale Wahl noch zu gefährlich ist, weil Menschen sich dafür lange in Schlangen anstellen müssen und sich dabei anstecken könnten. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel die Briefwahl. Dabei macht man zu Hause auf einem Wahlzettel ein Kreuz neben dem Namen der Person, die man sich als Präsident wünscht. Per Post landen die Kuverts dann bei Menschen, die alle Stimmen zählen.

Der rote Elefant ist das Maskottchen der Republikaner.
Illustration: Eva Schuster

Dass die Menschen in den USA einmal alle vier Jahre entscheiden dürfen, wer Präsident wird, steht in der amerikanischen Verfassung, dem wichtigsten Gesetz der USA. Sie ist nur sehr schwer zu ändern. Deshalb ist es auch sehr wahrscheinlich, dass es trotz Corona eine Wahl gibt.

Und wie läuft die Wahl in den USA ab?

Anders als bei uns. Bei der Wahl ist wichtig, wer in den einzelnen Bundesstaaten vorne liegt. Bundesstaaten sind so ähnlich wie unsere Bundesländer, wie die Steiermark oder Vorarlberg. Nur viel größer und mit mehr Menschen. Und in den USA gibt es nicht nur neun davon, sondern 50. Es kommt drauf an, in möglichst vielen Bundesstaaten Erster zu werden. Nach der Wahl treffen sich in den USA nämlich 538 Menschen, die sogenannten Wahlleute. Je größer ein Bundesstaat, desto mehr Wahlleute schickt er. Sie müssen dann die Person wählen, die in ihrem Bundesstaat die meisten Stimmen bekommen hat.Letztes Mal haben zwar insgesamt weniger Menschen Donald Trump gewählt als seine Rivalin. Er hatte aber mehr Wahlleute erobert und ist deshalb jetzt Präsident.

Warte, es gibt noch einen Donald?

Seit ein paar Jahren kennt die ganze Welt neben Donald Duck noch einen zweiten Donald. Und zwar Donald Trump. Er ist 73 Jahre und damit ungefähr so alt wie viele Opas. Vor seinem Beruf als Politiker hatte er viele andere Jobs. Die meiste Zeit hat er damit verbracht, das viele Geld, das ihm sein Papa geschenkt hat, zu noch mehr Geld zu machen. Da ähnelt er also mehr Dagobert als Donald Duck.

Donald und Donald.
Illustration: Eva Schuster

Trump hat dafür Häuser gekauft und teuer verkauft, viele Hotels gebaut und in einer TV-Show mitgespielt. Seit er sich entschieden hat, Präsident werden zu wollen, benimmt er sich oft wie ein Schul-Rowdy. Er schimpft über Frauen, Menschen, die anders aussehen als er selbst, und andere Politiker. Er denkt immer nur an die Amerikaner und will, dass es ihnen besser geht als den Leuten im Rest der Welt. Deswegen mögen ihn viele nicht so gerne. Auch daheim hat er viele Gegner, aber auch ganz viele Fans. Sie kommen aus der Partei der Republikaner. Ihre Farbe ist Rot, und sie haben einen Elefanten als Maskottchen.

Gibt es nächstes Jahr einen neuen Präsidenten?

Das wissen wir erst nach der Wahl. Wenn Trump gewinnt, darf er noch einmal vier Jahre lang regieren. Seine Gegner kommen aus der Partei der Demokraten. Das ist die blaue Partei, die einen Esel als Maskottchen hat. Sie hoffen, dass schon heuer einer ihrer Kandidaten gewinnt. Der wahrscheinlichste Herausforderer heißt Joe Biden. Er will zeigen, dass er es besser kann.

Der blaue Esel ist das Maskottchen der Demokraten.
Illustration: Eva Schuster

Biden ist schon ewig Politiker. Er war sogar schon einmal Vizepräsident – ganze acht Jahre lang. Als Vizepräsident ist man der wichtigste Mitarbeiter des Präsidenten und zugleich Ersatzperson, falls dem aktuellen Chef etwas Böses zustößt. Biden hat also sehr viel Erfahrung. Er ist aber auch schon sehr alt, nämlich 78. Viele sind sich deshalb nicht sicher, ob er den anstrengenden Job vier Jahre lang packt. (Fabian Sommavilla, Manuel Escher, ILLUSTRATIONEN: Fatih Aydogdu, Eva Schuster, 3.4.2020)