DER STANDARD

Österreich tritt in eine neue Phase ein, der Lockdown geht zu Ende. Um einen weiteren Kollateralschaden für die Wirtschaft, aber auch für die Krankenversorgung abseits von Corona zu verhindern, kann die "Stopp Corona"-App "eine ganz entscheidende Rolle spielen". Das sagt der Grazer Mediziner und Public-Health-Experte Martin Sprenger in einer Videodiskussion mit dem Spezialisten für digitale Menschenrechte, Christof Tschohl.

Sprengers Argument: Die Kontaktketten im Fall eines Corona-Verdachts bei einem Menschen zurückzuverfolgen und zu unterbrechen dauert ohne digitale Unterstützung zu lange. Er fordert aber eine rasche Weiterentwicklung der App: Für Risikogruppen sollte es eine schnellere Benachrichtigung geben, falls ein Verdachtsfall im Umkreis auftaucht, als es derzeit der Fall ist.

Kein Datenabgriff

Der Jurist Tschohl hat im Auftrag des Roten Kreuzes den Datenschutz für die App erarbeitet. Er beschreibt, wie verhindert werden soll, dass der Staat oder sonst jemand Daten aus der Rotkreuz-App abgreift. Und: Dass der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) meinte, Informationen aus der App würden direkt an US-Unternehmen gehen, nannte er unsinnig.

Außerdem sehen Sie in der Debatte: welche neuen Funktionen bei der App geplant sind, aber erst nach und nach umgesetzt werden, und warum Sprenger es wissenschaftlich unsinnig nennt, wenn Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagt, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung mit Corona infiziert war. Moderation: András Szigetvari. (red, 8.4.2020)