Ein Einnahmenverlust von bis zu 100 Millionen Euro wird laut einem Memorandum von ORF-Stiftungsrat Matthias Limbeck befürchtet.

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Wien – Vor dem Hintergrund eines massiven Einnahmenausfalls 2020 findet heute, Montag, der Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrats statt. "Einschätzungen und Annahmen liegen bei rund 50 bis 100 Millionen Euro", schreibt der Salzburger Stiftungsrat Matthias Limbeck in einem Memorandum mit zehn Punkten an ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Wie der STANDARD berichtete, lassen sinkende Werbeerlöse und deutlich steigende Befreiungen von den Rundfunkgebühren den ORF dramatische Einnahmeneinbrüche befürchten. Dabei war zuletzt von 30 bis 70 Millionen Euro die Rede. 100 Millionen Euro wäre ein Zehntel der ORF-Einnahmen.

"Unverzügliche Stellungnahme" gefordert

Es brauche einen umfassenden Dialog zwischen der ORF-Geschäftsführung und dem ORF-Stiftungsrat als Aufsichtsorgan, so Limbeck. In seinem Memorandum fordert er eine "unverzügliche" Stellungnahme zu zehn Themen, darunter eine neue Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2020 und einen neuen Ausblick auf das Jahr 2021 sowie die Auswirkungen der Verluste auf die verschiedenen Geschäftsbereiche und die Landesstudios.

Wrabetz ließ wissen, dass er den Stiftungsrat im Rahmen des Finanzausschusses am Montag informieren werde. Limbeck fordert darüber hinaus aber eine Sondersitzung des ORF-Finanzausschusses im Mai 2020. Bei einer Videokonferenz wie jener am Montag würden "umfassende Präsentationen und ausführliche Diskussionen" zu kurz kommen.

Eine Taskforce zur Corona-Performance der ORF-Berichterstattung hatte vor Kurzem ORF-Stiftungsrat Heinz Lederer (SPÖ) im Gespräch mit dem STANDARD gefordert. (red, 27.4.2020)