Heinz-Christian Strache kündigt an, er wolle die Allianz für Österreich mit "den drei Musketieren" Karl Baron, Dietrich Kops und Klaus Handler zu einer österreichweiten Bewegung machen.

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Heinz-Christian Strache hat am Donnerstag bei einer Pressekonferenz seiner neuen Partei Allianz für Österreich (DAÖ) die Corona-Maßnahmen der Regierung kritisiert. Unternehmen würden durch die Änderung des Epidemiegesetzes um die ihnen zustehenden Entschädigungen gebracht, und auch mit der Grenzschließung habe man zu lange gewartet. Der ehemalige FPÖ-Chef bestätigte außerdem, dass er als Spitzenkandidat der DAÖ bei der Wien-Wahl antreten wird. Am 15. Mai solle die "endgültige Geburtsstunde" der "Bewegung" stattfinden.

Österreich befinde sich momentan in einer Situation, "wo Feuer am Dach ist", sagte Strache. Der 1. Mai werde dieses Jahr eher ein "Tag der Arbeitslosen" sein als ein "Tag der Arbeit". Den Lockdown, den die Regierung wegen des Coronavirus veranlasst hat, hält er zwar für "verantwortungsvoll", anders zu beurteilen seien aber die Maßnahmen.

Antritt bei Wien-Wahl fix

Durch die Änderung des Epidemigesetzes von 1950 sei der Rechtsanspruch von Unternehmen auf Entschädigung einfach übergangen worden. Deswegen stünden viele jetzt vor dem Ruin. Kredite würden nämlich auch nur eine Verschiebung der Schulden bedeuten. Die Krisenkommunikation der Regierung, vor allem von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), beurteilte Strache als "unverantwortungsvolle Angst- und Panikmache", und auch mit der Grenzschließung habe man zu lange gewartet. Da die Opposition momentan nicht existent sei, brauche es eine neue Alternative wie die DAÖ.

Strache bestätigte auch, wie bereits im Februar angekündigt, seinen Antritt bei der Wien-Wahl im Oktober als Spitzenkandidat der DAÖ. Ziel sei ein zweistelliges Ergebnis. Die Partei wolle er zu einer österreichweiten Bürgerbewegung machen, Wien sei nur der Anfang. Am 15. Mai sollen dazu weitere Details präsentiert werden, die er mit "den drei Musketieren" vom DAÖ, Klubobmann Karl Baron, dessen Stellvertreter Dietrich Kops und Finanzreferent Klaus Handler, ausgearbeitet habe. Vorerst ließ Strache nur wissen, dass die neue Partei auch seinen Namen im Titel tragen soll und er auch den Posten des Parteichefs anstreben werde. (red, 30.4.2020)