Großbritannien und die USA haben inmitten der Coronavirus-Pandemie vor groß angelegten Cyberattacken auf Gesundheitsorganisationen gewarnt.

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London – Großbritannien und die USA haben inmitten der Coronavirus-Pandemie vor groß angelegten Cyberattacken auf Gesundheitsorganisationen gewarnt. Die Netzsicherheitsbehörden beider Ländern erklärten am Dienstag, zuletzt habe es Online-Angriffe gegen nationale und internationale Gesundheitsorganisationen, Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen gegeben.

"Password Spraying"

Die Behörden machten deutlich, dass sie hinter den Attacken Hacker mit Verbindungen zu staatlichen Stellen in Ländern wie China, Russland, Nordkorea und dem Iran vermuten. Über das sogenannte "Password Spraying" – das Ausprobieren häufig genutzter Passwörter bei einer großen Zahl von Nutzerkonten – sollten private Informationen, geistiges Eigentum und Geheiminformationen erbeutet werden, die mit "nationalen Prioritäten" im Einklang stünden.

Anstieg vermutet

Offenbar gehe es auch darum, an Informationen zum Coronavirus zu gelangen, erklärten die britische Behörde NCSC und die US-Behörde CISA. Die Zahl der Cyberangriffe dürfte demnach in den kommenden Wochen und Monaten noch zunehmen. Der britische Außenminister Dominic Raab sprach von "Betrug" und "Spionage". NCSC und CISA riefen Gesundheitseinrichtungen auf, komplizierte Passwörter auszuwählen und beim Online-Zugang auf eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu setzen. (APA/AFP, 5.5.2020)