Die Umweltschutzorganisation Greenpeace überprüfte die Herkunft des Honigs in österreichischen Supermärkten.

Foto: Mitja Kobal/Greenpeace

Wien – Bei der Hälfte des Honigs in österreichischen Supermärkten ist nicht nachvollziehbar, wo er produziert wurde. Das fand die Umweltschutzorganisation Greenpeace bei ihrem "Marktcheck" in den größten Supermarktketten heraus. Besonders verbreitet ist demnach die wenig aussagekräftige Kennzeichnung "Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern".

Die Konsumenten würden damit über die genaue Herkunft im Dunkeln gelassen, kritisiert Greenpeace. Denn wenn einer Honigmischung aus China nur eine kleine Menge Honig aus der EU beigemischt wird, darf das Produkt nach geltender Honigverordnung bereits als "Mischhonig aus EU- und Nicht-EU-Ländern" gekennzeichnet werden. "Das führt jede Idee einer transparenten Herkunftsbezeichnung ad absurdum", meint Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace in Österreich.

Österreich kein Selbstversorger bei Honig

Immerhin 80 Prozent des hierzulande verkauften Honigs würden importiert, meint Theissing-Matei. Deshalb fordert Greenpeace von Herstellern und Handel selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und für mehr Transparenz auf den Produkten zu sorgen.

Nur bei heimischem Honig stehe Österreich als Herkunftsland immer auf dem Produkt. Irreführend sei wiederum der Hinweis "abgefüllt in Österreich". Das sage noch nichts über die Herkunft des Honigs aus, gaukle jedoch eine heimische Herkunft vor.

Greenpeace empfiehlt Bio-Honig

Positiv beurteilt Greenpeace, dass immerhin 17 Prozent des Honigs in den Supermärkten Bio-Qualität haben. Die biologische Landwirtschaft schütze Bienen und andere Bestäuber. Bei der Produktion von Bio-Honig dürfen in der Pflege der Bienenstöcke und im Krankheitsfall ausschließlich für Bienen unbedenkliche Stoffe eingesetzt werden. Österreichischer Honig in Bio-Qualität ist flächendeckend bei Interspar, Spar und dem Tiroler Supermarkt Mpreis erhältlich sowie regional auch bei Billa und Merkur, wie Greenpeace untersuchte. "Bio-Honig aus der Region ist besonders empfehlenswert, denn er schützt Bienen als wichtigste Bestäuber von Obst und Gemüse und sichert damit auch unsere Lebensmittelversorgung", sagt Theissing-Matei. Zudem unterstütze man damit die regional verankerte und umweltfreundliche Honigproduktion.

Beim Greenpeace-Marktcheck zu Honig schneiden Billa und Merkur ex aequo mit der Note Gut am besten ab, gefolgt von Hofer. (red, 8.5.2020)

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