Teure Hardware, die durch die T2-Sperre aber komplett unbenutzbar werden kann.

Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/JUSTIN SULL

Das Ansinnen ist ein zweifellos positives: Mit einem eigenen Sicherheitschip namens T2 will Apple nicht nur verhindern, dass Diebe Zugriff auf die Daten auf aktuellen Macbooks bekommen, auch mit der Hardware selbst können sie nicht mehr viel anfangen. Seit 2018 verbaut das Unternehmen diesen Chip in immer mehr Geräten. Nun zeigen sich aber zunehmend die Nebeneffekte dieses Konzepts – und die sind reichlich unerfreulich.

Teurer Schrott

Anstatt zurückgegebene Macs weiterverkaufen zu können, bleibt vielen Händlern mittlerweile nur mehr die Verschrottung, wie Winfuture berichtet. Der Grund dafür: Viele Nutzer vergessen, vor der Rückgabe einen Factory Reset durchzuführen. Damit ist der T2 weiter aktiv und schützt das System vor jeglichen Änderungen durch Dritte. Somit können sie mit der zum Teil mehrere tausend Euro teuren Hardware schlicht nichts mehr anfangen.

In einem Tweet macht der Reparaturexperte John Bumstead seinem Unmut eindrücklich Luft: Ein Bild von zwei Macbooks kommentiert er mit den Worten, dass er diese 3.000-Dollar-Geräte nun recyceln statt verkaufen kann, womit ihm noch zwölf Dollar übrig bleiben – also der reine Materialwert. Dass es prinzipiell Recyclern untersagt ist, Rechner mit Benutzerdaten weiterzuverkaufen, versteht Bumstead dabei schon. Nun sei man aber so weit, dass die Platinen von voll funktionstüchtigen Rechnern verschrottet werden müssen, da es für Dritte keine Möglichkeit gibt, einen Reset durchzuführen.

Forderung

Die Forderung ist insofern klar: Apple solle es wieder erlauben, dass auch andere – und zwar ohne jeglichen Zugriff auf Nutzerdaten – Macs zurücksetzen können. Der T2-Chip findet sich seit 2018 in den Macbook Pros, mittlerweile sind aber auch aktuelle Macbook Airs und auch der Mac Mini mit diesem Chip versehen. (red, 8.5.2020)