Kabarettist Lukas Resetarits am Montagabend in der "ZiB 2".
ORF

Nachdem der Kabarettist Lukas Resetarits schon vor einigen Tagen mit einem Facebook-Video scharfe Kritik an den Grünen und deren Umgang mit Kulturschaffenden in der Corona-Krise geäußert hatte, legte er am Montag im "ZiB 2"-Interview noch nach.

Resetarits erklärte, er sei wütend, weil es eine Missachtung einer ganzen Branche darstelle, wenn man diese ignoriere. Es sei eine "gewisse Respektlosigkeit", dass man sich vonseiten der Politik nicht gerührt habe, weshalb der Zorn der Künstler, die sich an alle Vorgaben im Zuge der Corona-Krise gehalten hätten, verständlich sei.

Nicht "um jeden Preis regieren"

Resetarits, der im Video die Forderung "Geigen wir die ganze grüne Kulturpartie ham" aufgestellt hatte, erklärte im Gespräch mit Armin Wolf: "Ich meinte nicht, dass die Grünen aus dem Parlament fliegen sollen. Da brauchen sie mich nicht dazu, um auf unter vier Prozent zu kommen. Ich möchte sie gerne im Parlament haben – als Oppositionspartei. Aber um jeden Preis zu regieren, es nicht zu können und sich erdrücken zu lassen, das finde ich nicht so lustig."

Die Schutzmaßnahmen der Regierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus seien in der Anfangsphase völlig richtig gewesen, aber "leichte Lockerungen" hätte man früher machen können. Unter seinen Kollegen sei nun die Enttäuschung über die Grünen deshalb so groß, weil es in der Branche die meisten Sympathisanten dieser Partei gebe. Auf die Frage, ob er den Rücktritt der grünen Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek fordere, meinte Resetarits: "Es is scho wuascht, würd' ich fast sagen. [...] Wenn man es nicht schafft, das so zu besetzen, dass da wirklich was passiert, dann wär es okay, auch ohne Staatssekretärin oder Staatssekretär auszukommen."

"Rettungsschirm für Kreative"

Resetarits ist Mitinitiator einer neuen Initiative, die mittels Onlinepetition einen "Rettungsschirm für Kreative und Künstler_innen!" fordert. In der vordersten Reihe finden sich neben dem Perkussionisten Martin Grubinger auch die Schauspieler Erwin Steinhauer und Adele Neuhauser sowie SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda.

"Für diesen Bereich gibt bisher noch keine Hilfestellungen, obwohl die gesetzlichen Grundlagen dafür bereits im März beschlossen wurden. Die Unterstützung muss jetzt kommen", heißt es in der Petition, die neben den Initiatoren bisher von unter anderem Andreas Vitasek, Ursula Strauss, Kristina Sprenger, Florian Scheuba, Angelika Niedetzky, Birgit Denk, Hermann Beil, Florian Krumpöck und Michael Sturminger unterzeichnet wurde. Insgesamt haben sich bis Dienstagvormittag über 3.800 Unterzeichnende der Petition angeschlossen.

Stufenplan bis Freitag

Sie höre die vielen Stimmen, die eine sofortige Öffnung fordern, und sei mit Künstlern im Gespräch, sagte Staatssekretärin Lunacek am Dienstagmorgen im Interview mit Ö1. Zu dem Unmut der Kulturschaffenden sagt die Staatssekretärin, es werde bis Freitag ein Konzept geben, um auch Aufführungen wieder möglich zu machen. "Es war der Wunsch von Werner Kogler, mich hier in dieses Team zu holen", so Lunacek am Ö1-"Morgenjournal"-Telefon, es habe Fehler gegeben, aber jetzt mache man Nägel mit Köpfen, sodass die Bevölkerung auch die grüne Handschrift in der Politik sehe. (red, 12.5.2020)