Dehnen nach dem Frühjahrsschlaf.

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Wien – Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid Wien steigt am Freitag wieder ins Mannschaftstraining ein und startet dann in zweieinhalb Wochen am 3. Juni mit dem Schlager auswärts gegen Titelverteidiger Red Bull Salzburg in die Meistergruppe. "Wir wollen so hoch wie möglich in der Endtabelle stehen", betonte Rapids Sportdirektor Zoran Barisic, dessen Team aktuell Tabellendritter ist.

Gleichzeitig merkte der 49-jährige Wiener bei einem Medientermin am Donnerstag aber auch mit Blick auf die Coronakrise an: "Diese Phase hat uns gezeigt, dass es viel, viel wichtigere Dinge gibt als den Fußball." Sein Trainer Dietmar Kühbauer pflichtete ihm bei: "Die Zeit, die wir alle in Österreich jetzt erlebt haben, die wünscht man keinem."

"Mir tut es um den Fan leid"

Dass aufgrund der Coronavirus-Pandemie keine Zuschauer bei den Spielen im Stadion dabei sein dürfen, ist für die Hütteldorfer ein ganz großer Nachteil. "Uns trifft es sicher am härtesten", versicherte Kühbauer. "Mir tut es um den Fan leid, aber leider gibt die Situation nichts anderes her." Rapid hat den höchsten Zuschauerschnitt in der Bundesliga und hätte in der entscheidenden Phase wohl durchgehend vor mehr als 20.000 Fans gespielt.

"Gerade wir als Rapid leben von unseren Fans, sind somit der Klub, der am meisten betroffen ist von dieser Krise. Doch selbst Geisterspiele, die wir alle nicht haben wollen, sind besser als jeder Abbruch, vor allem was die Wirtschaftlichkeit aller Klubs betrifft", bekräftigte Barisic, dass man sich derzeit "an jeden Strohhalm" klammern müsse. Die Matches ohne Publikum seien notwendig, "um den Sport, den Profifußball am Leben zu erhalten", auch Rapid kämpfe als Verein "definitiv ums Überleben", beteuerte Barisic. "Und wir sind nicht die einzigen in Österreich."

Mit Blick auf die durchgehenden "englischen Wochen" bis zum Saisonende im Juli sprach Kühbauer von "extremem psychischen und physischen Stress" für die Spieler. Der 49-Jährige ist überzeugt, dass es durch den dichten Matchkalender "leider zu Verletzungen kommen wird". Seine Profis müssen deshalb "alles richtig machen – von der Ernährung bis zur Regeneration", um dieses Risiko zu minimieren. Denn laut Kühbauer werde es auch vom Verletzungspech abhängen, ob Rapid das angepeilte Ziel eines internationalen Startplatzes am Ende erreichen wird oder nicht. (APA, 14.5.2020)