Aktuelle iPhones sind noch per Lightning verbunden. Das soll auch beim nächsten Modell noch so bleiben, danach soll es dann aber drahtlos werden.

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Einheitliche Standards sind nicht unbedingt ein Lieblingsthema von Apple: Immer wieder ist das Unternehmen in seiner Geschichte eigene Wege gegangen, um sich von der Konkurrenz abzuheben – aber auch, um die Kunden dazu zu zwingen, offiziell zertifizierte Peripherieprodukte zu kaufen, an denen man mitverdient. Eine Praxis, die zuletzt wieder verstärkt in die Kritik gekommen ist. So will etwa die EU Apple dazu zwingen, sich an einheitliche Ladestandards zu halten, also vom eigenen Lightning-Anschluss auf USB-C zu wechseln. Dem möchte Apple nun offenbar zuvorkommen.

Keine Anschlüsse mehr

Bereits das iPhone des Jahres 2021 soll weder Lightning- noch USB-C-Anschluss aufweisen. Apple wolle komplett auf drahtloses Aufladen sowie eine entsprechende Datenübertragung setzen. Diese behauptet zumindest der für seine zumeist zutreffenden Leaks bekannte Jon Prosser auf Twitter. Bei den 2020er-Modellen soll hingegen noch einmal Lightning zum Einsatz kommen.

Dass die Smartphone-Entwicklung generell in diese Richtung geht, ist dabei prinzipiell keine große Überraschung. So gibt es etwa von Android-Herstellern bereits erste Konzeptgeräte, die auf externe Anschlüsse verzichten. Ein solcher Ansatz hat vor allem für die Hardwarehersteller unzweifelhafte Vorteile, sind solche Buchsen doch durch die dauernde physische Belastung stark für Beschädigungen anfällig. Auch verbraucht ein solcher Anschluss einen gewissen Platz im Gehäuse und nimmt eine fixe Position ein, was die Möglichkeiten des internen Hardwaredesigns beschränkt. Und der Schutz vor dem Eindringen von Wasser und Staub wäre ohne Stromanschluss auch einfacher umzusetzen.

Ambitionierter Zeitplan

Ob die Konsumenten das wollen, ist natürlich eine ganz andere Frage. Insofern wirkt auch der Zeitplan mit dem Jahr 2021 reichlich ambitioniert. Immerhin gibt es drahtlose Ladestationen im öffentlichen Raum oder auch in Hotels bisher nur in einem sehr begrenzten Umfang. Das heißt: Wer auf Reisen ist, müsste dann auch immer eine entsprechende Ladestation mitführen.

Laut Prosser bereitet sich Apple jedenfalls schon auf diese neue Zukunft vor. Und dazu gehöre auch, dass man wieder an einer eigenen Ladematte arbeitet – nachdem der letzte Versuch in diese Richtung nach langen Verschiebungen aufgrund technischer Probleme aufgegeben werden musste. (red, 18.5.2020)