DER STANDARD

Die Fußball-Bundesliga startet Anfang Juni wieder in Österreich. Doch wann und wie es beim Amateur-Fußball weitergeht, ist völlig offen. Tausende Klubs stehen im Regen.

Im Freien ist es zwar gestattet, Sport zu betreiben. Allerdings nur mit zwei Metern Abstand. Und das ist im Fußball bekanntlich schwer einzuhalten. Doch nicht nur dort gelten Beschränkungen: Sportstätten bleiben geschlossen, außer für Spitzensportler. Das Training von Mannschaftssportarten wie Handball oder Volleyball in der Halle ist untersagt und Schulturnen findet nicht statt.

Setzt die Regierung hier die richtigen Prioritäten? Nein. Das war der Tenor bei einer STANDARD Videodebatte mit jeder Menge Sportprominenz.

Der designierte Geschäftsführer der Handball-Liga, Christoph Edelmüller, machte vor allem auf die Situation der Kinder aufmerksam: Sport sei nicht nur für die Gesundheit enorm wichtig, sondern erfülle auch eine soziale Funktion, weil Menschen zusammenkommen. Dass nun Schulturnen gestrichen wurde und zugleich Mannschaftssport für Amateure weitgehend ausfällt, sei für die Jungen ein großes Problem. "Es werden nicht alle Kinder plötzlich zu Golfen beginnen können", so Edelmüller.

Wieder Zuschauer im Stadion?

Karate-Weltmeisterin Alisa Buchinger stellte infrage, warum "Shoppingzentren mit 18.000 Besuchern öffnen dürfen", sie aber beim Karate-Training keinen Körperkontakt zu ihren Trainingspartnern haben darf. Auch das gemeinsame Training mit fünf anderen in der Halle ist ihr nicht gestattet. Noch schlimmer sei die Situation bei Judo-Sportlern.

Sehen Sie außerdem: Der Volleyball Funktionär Peter Kleinmann erläutert, warum gerade Sport bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie helfen kann und Österreich seiner Meinung nach mit Restriktionen auf einem Irrweg ist. Plus: Sport-Austria-Chef Hans Niessl erzählt über die wirtschaftliche Lage der Klubs und was er sich jetzt von der Regierung erwartet. Unter anderem: Zuschauer sollen zu Veranstaltungen zugelassen werden. Wie das gehen kann? Antworten im Video. (András Szigetvari, Andreas Müller, 24.5.2020)