Mithilfe von künstlicher Intelligenz werden neue Öl- und Gasvorkommen gefunden

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Google geht einen Schritt, den sich Umweltschützer schon lange gewünscht haben. Der Technologieriese hat bekanntgegeben, in Zukunft keine maßgeschneiderte KI-Software für die Beschleunigung von Öl- und Gasgewinnung mehr zu entwickeln. Damit sondert sich das Unternehmen von den Cloud-Computing-Konkurrenten Microsoft und Amazon ab, die für ihre Beteiligung an der Ölindustrie kritisiert werden.

Greenpeace Studie

Das Statement des Internetkonzerns folgte einem Bericht von Greenpeace, der aufzeigt, wie Amazon, Microsoft und Google mit der Bereitstellung von Rechenleistung und künstlicher Intelligenz Ölunternehmen bei der Findung von Öl- und Gasvorkommen unterstützen. Kritisiert wird, dass die drei Technologieriesen ihre Versprechen zum Kampf gegen den Klimawandel untergraben, indem sie Ölkonzernen wie Shell, BP und Exxon Movbil neue Technologie zur Verfügung stellen.

Für den Schritt weg von der Zusammenarbeit mit Ölkonzernen wird Google nun gelobt. "Obwohl Google noch einige Altverträge mit Öl- und Gasunternehmen hat, begrüßen wir diese Ankündigung von Google, keine kundenspezifischen Lösungen für die Öl- und Gasförderung mehr zu entwickeln", sagt Greenpeace USA. Laut Forbes hat Google angekündigt, alle bestehenden Verträge mit seinen Kunden einzuhalten, jedoch ohne anzugeben, um welche Unternehmen es sich handelt.

Technologische Unterstützung

Laut des Berichts von Greenpeace sei Microsoft mit den meisten Verträgen mit Ölunternehmen Spitzenreiter und biete "KI-Funktionen in allen Phasen der Ölförderung" an. Laut Greenpeace konzentrieren sich die Verträge von Amazon mehr auf Pipelines, sowie Transport und Lagerung des Kraftstoffs. Amazons Tools werden auch eingesetzt, um die Schiefergewinnung zu beschleunigen, insbesondere aus dem Permian-Becken von Texas und New Mexico.

Interne Proteste

Diese Zusammenarbeit hat zuvor schon zu internen Protesten von Mitarbeitern geführt. Technologieunternehmen wurden so dazu gedrängt sich mehr am Kampf gegen den Klimawandel zu beteiligen. Im Februar kündigte Amazon Gründer Jeff Bezos an, zehn Milliarden Dollar für den Klimaschutz spenden zu wollen und sammelte für die Doppelmoral des Unternehmens Kritik ein, da es noch immer die Ölförderung unterstützt.

Zum Greenpeace-Bericht wolle sich Amazon laut AP nicht äußern. Auf seiner Webseite gibt der Cloud-Computing-Anbieter jedoch an, dass "die Energiebranche Zugang zu denselben Technologien wie andere Wirtschaftszweige haben sollte".

Microsoft will CO2 negativ werden

Microsoft hingegen veröffentlichte eine Erklärung auf seinem Blog, in der die Behauptungen von Greenpeace nicht angesprochen wurden, sondern auf die Verpflichtung des Unternehmens hingewiesen wurde, das gesamte CO2, das es bis 2050 ausgestoßen hat, aus der Luft zu entfernen um so CO2-negativ zu werden. (red, 23.05.2020)