Die Truppen der Einheitsregierung konnten in den vergangenen Wochen zahlreiche Siege einfahren.

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Tripolis – Nach einer Reihe von Niederlagen des libyschen Generals Khalifa Haftar sind hunderte an seiner Seite kämpfende russische Söldner einem Bericht zufolge von der südlichen Front bei Tripolis abgezogen worden. Nach Angaben regierungstreuer Truppen vom Montag befinden sich zwischen 1.500 und 1.600 Söldner der sogenannten Gruppe Wagner nun in der Stadt Bani Walid, 170 Kilometer südöstlich der Hauptstadt.

In Bani Walid sei eine Antonow-Militärmaschine gelandet, um die Kämpfer an ein "unbekanntes Ziel" zu bringen, hieß es weiter. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben gab es zunächst nicht. Auch aus Haftars Lager gab es zunächst keine Erklärung.

Offensive gegen Einheitsregierung

Haftars Truppen führen seit mehr als einem Jahr eine Offensive gegen die von den Vereinten Nationen unterstützte Einheitsregierung in Tripolis. In den Konflikt sind auch ausländische Staaten verwickelt: Die Einheitsregierung wird von Katar und der Türkei unterstützt, die Haftar-Truppen von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland. Mit der wachsenden türkischen Militärhilfe fügten die Regierungstruppen und verbündete Milizen Haftars Kämpfern in den vergangenen Wochen einige empfindliche Niederlagen zu.

Ein Untersuchungsbericht von Uno-Experten hatte Anfang des Monats den Einsatz von Söldnern der "Gruppe Wagner" bei den Kämpfen in Libyen bestätigt. Tausende Kämpfer dieser privaten Sicherheitsfirma sollen in Konfliktgebieten außerhalb Russlands – von Syrien über die Ukraine bis hin zur Zentralafrikanischen Republik – im Einsatz sein. Moskau weist jede Verantwortung für den Einsatz der Söldner zurück, doch wird der Gruppe eine Nähe zu Präsident Wladimir Putin nachgesagt. (APA, 25.5.2020)