Évariste Ndayishimiye soll die Präsidentenwahl gewonnen haben. Die Opposition ortet Betrug.

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Bujumbura – Fünf Tage nach den von Gewalt und Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentschaftswahlen in Burundi ist der Kandidat der Regierungspartei, Évariste Ndayishimiye, zum Sieger erklärt worden. Auf den 52-jährigen General entfielen 68,72 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am Montag mitteilte. Oppositionsführer Agathon Rwasa kam demnach auf 24,19 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 87,7 Prozent.

Ein Sprecher von Rwasas Partei CNL sprach umgehend von einer "Farce". Er kündigte für spätestens Mittwoch eine Klage vor dem Verfassungsgericht wegen "massiven Wahlbetrugs" an. Es sei an der Zeit, dass das Gericht den "Willen des Volkes respektiert und sich nicht hinter einem Lager versteckt", sagte er.

Keine internationalen Wahlbeobachter

Oppositionschef Rwasa hatte bereits kurz nach dem Urnengang am Mittwoch massive Manipulationen angeprangert. Nach seinen Angaben wurden Anhänger seiner Partei an der Überwachung der Stimmabgabe gehindert und konnten auch an der Stimmenauszählung nicht teilnehmen. Internationale Wahlbeobachter nahmen ebenfalls nicht teil. Obwohl die Wahlen inmitten der Corona-Epidemie stattfanden, gab es kaum Schutz-Vorkehrungen.

Der Wahlsieger soll sein Amt im August antreten. Dann endet die umstrittene dritte Amtszeit des autokratischen Vorgängers Pierre Nkurunziza. Dessen Ankündigung, sich nach zwei Amtszeiten erneut zur Wahl zu stellen, hatte das Land 2015 in einen blutigen Konflikt gestürzt. Es gab massive Proteste, 1.200 Menschen wurden getötet und 400.000 vertrieben. Das ostafrikanische Land steht seitdem unter Sanktionen seiner Haupt-Geberländer. (APA, 25.5.2020)