Sicherheit ist wichtig, beim Mopedfahren wie im Nachtleben.

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Sicherheit und Abstand werden in unserer Zeit großgeschrieben. Es geht darum, sehenden Auges Gefahren zu vermeiden. Feuer darf nicht mit Feuer bekämpft werden, sonst macht das hässliche Geräusche, Stichflammen oder noch Schlimmeres. Sprechen wir von den Gefahren im gerade neustartenden Nachtleben.

Ich möchte von einem Ereignis aus den 1980er-Jahren berichten. Im Rahmen einer gröberen Ausschweifung am Wochenende hatte der Stammwirt am Land gerade Sperrstunde gemacht. Deshalb beschlossen wir, unter Umgehung von Polizeikontrollen die Hauptstraße zu meiden. Wir fuhren aus einsichtigen Gründen lieber im großen Bogen auf dem Güterweg zu einem Haberer nach Hause, um uns und dessen väterlicher Hausbar den Rest zu geben. Seine Eltern waren auf Urlaub. Ein Fehler, den Erziehungsberechtigte gern begehen, wenn die Kinder so alt sind, dass man sie vermeintlich unbeaufsichtigt lassen kann.

Verbranntes Moped

Da mein Moped gerade wieder einmal eingegangen war, versuchte ich auf dem Rücksitz vom Günther nicht runterzufallen. Mitten im Wald ging dann blöderweise sein Sauger ein. Es ruckelte, es zuckelte, dann starb der Motor der Zündapp ab.

Günther vermutete einen eventuell leeren Tank, schraubte den Deckel ab und schaute mit einem Benzinfeuerzeug nach, ob es tatsächlich daran gelegen war. Blöderweise entglitt ihm aufgrund einer der Uhrzeit und dem Freizeitverhalten geschuldeten Fingerschwäche das Zippo. Es plumpste in den Tank.

Gebranntes Kind

Die im Wesentlichen auf reduzierter Impulskontrolle basierende Strafe dafür bekam Günther gesund, aber angeschlagen am Tag später von seinem Herrn Vater verabreicht. Zuvor wurde es im Wald kurz sehr heiß. Die Zündapp war Geschichte. Die angestrebte Hausbar sowieso. Wir mussten zu Fuß zurück nach Hause hatschen.

Ich bin also bezüglich Nachtleben tatsächlich immer schon ein gebranntes Kind. Bei aller Liebe kann ich mir derzeit nicht vorstellen, mit 99 anderen zugelassenen Nachteulen in einem Club oder einer Bar zu stehen. Mit Sicherheitsabstand ohne, ohne Abstand mit Maske. Feuerwehrmänner tragen übrigens beim Einsatz immer Schutzmasken. Das hat einen Grund. Er heißt Zündapp. (Christian Schachinger, 27.5.2020)