Der Konzern will zusammen mit der Internationalen Aids-Impfstoffinitiative einen weiteren Impfstoff entwickeln.

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MSD, ein Unternehmen des US-Pharmakonzerns Merck & Co, übernimmt den Wiener Impfstoffspezialisten Themis. Die Übernahme soll die Entwicklung des Covid-19-Impfstoffkandidaten von Themis beschleunigen, teilte MSD am Dienstag mit. Das Präparat befinde sich in der präklinischen Entwicklung, die klinischen Studien sollen noch heuer beginnen.

"In den letzten Jahren hat Themis eine einzigartige und vielseitig einsetzbare Immunmodulationsplattform aufgebaut, die es ermöglicht, Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten wie Covid-19 zu entwickeln", wird Themis-CEO Erich Tauber zitiert.

Konsortium

Im März hat Themis mit dem Institut Pasteur und dem Center for Vaccine Research an der University of Pittsburgh ein Konsortium gebildet, um einen Impfstoffkandidaten gegen Sars-CoV-2 zu entwickeln. Dieses Projekt wird durch die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (Cepi) finanziell unterstützt.

Das Institut Pasteur, Cepi und MSD hätten sich darauf geeinigt, die Preise für einen allfälligen Impfstoff so zu gestalten, dass er auch Ländern mit niedrigem Einkommen zugänglich ist, heißt es in der Aussendung. Es gebe keine Vereinbarung mit der US-Regierung, den USA einen Impfstoff zuerst zur Verfügung zu stellen, erklärte Vorstandschef Kenneth Frazier am Dienstag.

Zusätzliche Kooperationen

Merck vereinbarte zusätzlich zur Übernahme von Themis zwei Kooperationen zur Entwicklung eines Impfstoffs und eines Medikaments zur Behandlung von Covid-19. Bisher hat sich der Konzern weitgehend aus der Suche nach Covid-19-Behandlungen herausgehalten. Zum Kaufpreis für Themis machte Merck keine Angaben. Seit 2016 war der Gründerfonds der AWS an Themis beteiligt. Für die Förderbank ist das der zehnte Exit.

Merck will zudem in Zusammenarbeit mit der Internationalen Aids-Impfstoffinitiative (IAVI) einen weiteren Impfstoff entwickeln. Er basiert auf der gleichen Technologie wie der Ebola-Impfstoff Ervebo von Merck, der kürzlich von der EU-Kommission und der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen wurde.

Mit dem US-Biotech-Unternehmen Ridgeback Biotherapeutics will Merck darüber hinaus an einem Medikament zur Behandlung von Covid-19 arbeiten. Das Mittel von Ridgeback, an dem Merck die weltweiten Rechte übernimmt, soll die Vermehrung des Virus im Menschen verhindern und sich in Studien mit Tieren als vielversprechend erwiesen haben. Klinische Studien zur Wirksamkeit der Arznei sollen noch 2020 beginnen. (APA, red, 26.5.2020)