Das Bewusstsein für wirkungsvollen Sonnenschutz ist heute ausgeprägt, die Auswahl an Sonnencremen, -sprays und -ölen so groß wie nie.

Foto: Eylül Aslan

Nicht erst Schneewittchen bezauberte ihren Prinzen im Märchen mit "Haut so weiß wie Schnee". Seit der Antike war das Schönheitsideal in Sachen Hautton eindeutig: Männer wie Frauen strebten nach nobler Blässe. Schon im alten Ägypten glaubten die Menschen, die Haut ihrer Götter sei so hell wie die Sonne. Blasse Haut galt deshalb als besonders attraktiv.

Im Mittelalter nannte man die Adeligen "blaublütig", da die Venen durch ihre weiße Haut bläulich durchschimmerten. Der Trend zur Blässe war dabei vor allem eine Frage des gesellschaftlichen Standes. Nur die Reichen und Mächtigen mussten nicht unter der gleißenden Sonne schuften, sie blieben deshalb blass.

Wer helle Haut hatte, sagte damit: "Ich kann es mir leisten, andere für mich arbeiten zu lassen." Um sich so gut wie möglich vor Sonnenstrahlen zu schützen, griffen die Menschen deshalb schon früh zu Hilfsmitteln.

Mit gezinkten Karten

So trugen die Menschen bereits in der Antike Olivenöl als Sonnenschutz auf ihre Haut auf. Die alten Ägypter setzten auf ein Gemisch aus Jasmin- und Lupinenblüten, um nicht braun zu werden. Das wohl wirkungsvollste Sonnenschutzmittel, das damals bereits in Gebrauch war, ist allerdings Zink. Zu einer Paste verarbeitet ist es auch heute beliebt – vor allem unter Surfern, da Zink im Wasser besonders lange auf der Haut hält.

Am häufigsten schützten sich die Menschen in der Vergangenheit jedoch nicht mit Cremes vor den Sonnenstrahlen, sondern mittels Kleidung, Kopfbedeckungen, Sonnenschirmen oder ganz einfach durch den Aufenthalt im Schatten.

Schützt wie geschmiert

Die erste moderne Sonnencreme revolutionierte erst 1933 den Markt. Zu dieser Zeit wurde gebräunte Haut gerade modern, Sonnenbaden ohne Sonnenbrand also gefragt. Als Trendsetterin fungierte angeblich Coco Chanel, als diese braungebrannt von einer Mittelmeerkreuzfahrt zurückkehrte.

Allerdings hatte sie sich den dunklen Teint dem Mythos nach unabsichtlich geholt – da sie auf dem Schiff in der Sonne eingeschlafen war. Populär machte auch Brigitte Bardot die gebräunte Haut in den 1950er- und 1960er-Jahren. Sonnenbaden wurde zum Volkssport – man besuchte Sonnenstudios, griff zu Selbstbräuner und Spray-Tanning ("Sprühbräune").

Hautsache gesund

Die Prioritäten in Sachen Hautton haben sich in den letzten Jahren allerdings wieder verändert: Seit erwiesen ist, dass UV-Strahlung Hautkrebs verursacht und die Haut schneller altern lässt, sind die Schattenplätze wieder gefragter. Das Bewusstsein für wirkungsvollen Sonnenschutz ist heute ausgeprägt, die Auswahl an Sonnencremen, -sprays und -ölen so groß wie nie.

Doch selbst wer auf Lichtschutzfaktor 50+ setzt, darf nicht vergessen: Auch die beste Sonnencreme kann nicht die gesamte UV-Strahlung filtern. Ein Platz an der Sonne ist deshalb immer nur auf Zeit zu empfehlen. (Antonia Rauth, RONDO Exklusiv, 2020)

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