Die Bayern befinden sich in komfortabler Lage.

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München – Im Heim-"Formalakt" gegen Abstiegskandidat Düsseldorf wollen David Alaba und Bayern München am Samstag (18.30 Uhr) den nächsten Schritt zum deutschen Fußballmeistertitel machen. Auch die Verfolger bekommen es mit Außenseitern zu tun. Dortmund, das sieben Punkte Rückstand auf den Leader hat, gastiert in Paderborn (Sonntag), Leipzig, dem neun Zähler auf die Bayern fehlen, muss zu Köln (Montag).

Vier Teams um drei CL-Plätze

Nach dem jüngsten 1:0-Erfolg der Bayern beim BVB ist freilich klar, dass Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Mönchengladbach um die drei restlichen Plätze für die Champions League spielen. Nur vier Punkte sind es von Rang fünf zu Platz zwei. Legt Gladbach am Sonntag gegen Union Berlin vor, dann hat das zuletzt gegen Hertha schwache Leipzig Druck, am Montag in Köln gewinnen zu müssen.

Nach zuletzt drei Gegentoren bei Standardsituationen warnte Leipzig-Coach Julian Nagelsmann vor Kölns Stärke bei ruhenden Bällen. "Ich glaube, 32 bis 33 Prozent aller Tore fallen bei Köln nach Standardsituationen. Da sind sie sehr, sehr stark", sagte der Trainer von Marcel Sabitzer und Konrad Laimer. Köln mit Florian Kainz ist allerdings bereits vier Spiele sieglos.

In Sachen BVB wird inzwischen vor allem über Lucien Favre diskutiert – auch wenn der Verein beteuert, dass die kryptischen Äußerungen des Trainers im Sky-Interview am Dienstagabend von den Medien falsch verstanden wurden. Manager Michael Zorc stellte klar: "Das ist eine Trainer-Diskussion, die von außen geführt wird. Wir führen keine. Wir können nicht verhindern, dass etwas berichtet wird. Aber wir im Klub sind sehr ruhig." Gegen Schlusslicht Paderborn muss Favre allerdings nicht nur auf Kapitän Marco Reus verzichten, sondern auch auf den am Knie blessierten Stürmerjungstar Erling Haaland sowie Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud, der sich gegen Bayern eine Knieverletzung zuzog und für den Rest der Saison ausfällt.

Schalke und Bremen unter Druck

Angezählt scheint auch Schalke-Trainer David Wagner. Der "Krisenclub" Schalke von Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf empfängt die tief in den Abstiegskampf verstrickten Bremer mit Marco Friedl. Die Schalker warten bereits seit zehn Runden auf einen Sieg, von der verheißungsvollen Schlagkraft seines Teams aus der Hinrunde ist wenig geblieben. Mittlerweile stellt der Revierklub das schlechteste Rückrundenteam.

Werder wiederum zeigte sich zuletzt durchaus erstarkt: Erst der Sieg in Freiburg, dann ein guter Auftritt und immerhin ein Punkt gegen Gladbach. Friedl und Co. stehen im Tabellenkeller auch massiv unter Druck. Mit einem Sieg könnte man bei einer Düsseldorfer Niederlage in München bis auf zwei Punkte auf die Fortuna herankommen, die derzeit den Relegationsplatz belegt.

Zittern müssen aber auch noch Adi Hütters Frankfurter, die nur zwei Zähler vor Düsseldorf liegen. Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker gastieren am Samstag mit den "Adlern" bei Oliver Glasners Wolfsburgern, die Platz sechs verteidigen. Glasner streute seinem Landsmann Hütter Rosen: "Wir kennen uns schon sehr lange, und ich schätze Adi sehr. Er ist sicher jemand, der das Image der österreichischen Trainer im Ausland in den letzten Jahren sehr hochgehalten hat."

Hütter fordert Ruhe und Souveränität

Hütter fordert trotz der prekären Situation und nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang Gelassenheit. "Wir müssen ruhig bleiben, Souveränität ausstrahlen und an uns glauben", sagte er. "Als Trainer ist es wichtig, der Mannschaft das mitzugeben."

Nur vier Tage nach der Partie in Wolfsburg steht für die Hessen das Nachholspiel beim Tabellenvorletzten Werder Bremen an, das laut Hütter "natürlich mehr Brisanz und Bedeutung" besitzt. Zurückhaltung oder gar eine Pause für Leistungsträger in Wolfsburg wären aber unangebracht. "Es geht auch dort um drei Punkte. Und warum sollten wir in Wolfsburg nicht mit einer sehr guten Leistung gewinnen?" fragte Hütter.

Sein Glaube an die Mannschaft geht auch einher mit einer Überzeugung von der eigenen Arbeit. "Wenn ich an mir zweifeln würde, wäre ich nicht der richtige Mann", sagte der 50-Jährige der Bild-Zeitung. Gleichzeitig gestand er: "Die Fakten beschäftigen mich, ich ärgere mich." (APA, dpa, sid, red, 29.5.2020)