Mit dem Regenwald-Fonds soll die Entwaldung des Amazonas reduziert werden.

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Brasilia – Der brasilianische Vizepräsident Hamilton Mourão hat einen neuen Plan vorgestellt, mit dem er den Amazonien-Fonds zum Schutz des Regenwalds wieder aufnehmen und die Geberländer Norwegen und Deutschland besänftigen will.

"Ich habe den Botschaftern Deutschlands und Norwegens (...) den Vorschlag zur Reaktivierung des Fundo da Amazônia präsentiert", schrieb Mourão auf Twitter. Die deutsche Botschaft in Brasília wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern.

Umweltminister nicht mehr vertreten

Nach den Plänen Mourãos soll das Steuerungsgremium Cofa, das für die Ausschüttung des Geldes notwendig ist, wieder eingerichtet werden. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro hatte es im April 2019 zusammen mit anderen Komitees abgeschafft. Künftig soll der umstrittene Umweltminister Ricardo Salles darin nicht mehr vertreten sein. An dem Fonds ist Deutschland mit 55 Millionen Euro beteiligt.

Das deutsche Umweltministerium hatte im Jänner verkündet, seine Fördergelder für das brasilianische Amazonasgebiet vorerst auf Eis zu legen. Eine Wiederaufnahme der Förderung durch die Internationalen Klimaschutzinitiative (Iki) setze voraus, "dass wir eine gemeinsame Vorstellung davon entwickeln, was in den Bereichen Klima- und Biodiversitätsschutz erforderlich ist", sagte damals ein Sprecher von Ministerin Svenja Schulze. "Davon sind wir noch weit entfernt." (APA, 29.5.2020)