May soll in einem Brief an Bürgerinnen und Bürger Cummings kritisiert haben.

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London – Die ehemalige britische Premierministerin Theresa May hat sich Berichten zufolge den Kritikern von Regierungsberater Dominic Cummings angeschlossen. Cummings wird vorgeworfen, mit einer Reise von London ins ungefähr 430 Kilometer entfernte Durham zu Verwandten Ende März sowie einem weiteren Trip gegen die Lockdown-Regeln des Landes verstoßen zu haben.

Cummings sei dem Geiste der Richtlinien nicht gefolgt, schrieb May in einem Brief an Bürger in ihrem Wahlkreis Maidenhead, wie unter anderem die Zeitung The Telegraph am Samstag berichtete. Sie habe daher Verständnis für den Ärger in der Bevölkerung.

Rückedeckung von Johnson

Der amtierende Premierminister Boris Johnson hatte sich demonstrativ hinter seinen Berater gestellt. In einer ausführlichen Pressekonferenz wehrte sich Cummings gegen Rücktrittsforderungen, die auch von Dutzenden Abgeordneten der konservativen Regierungspartei kamen. Der Wahlkampfstratege besteht darauf, im Rahmen der Regeln gehandelt zu haben. Er behauptet, keine andere Möglichkeit gehabt zu haben, die Betreuung seines vier Jahre alten Sohns sicherzustellen, weil sowohl er als auch seine Frau mit einer Coronavirus-Infektion rechnen mussten.

Die Polizei in der Grafschaft Durham teilte am Donnerstag mit, Cummings habe zwar nicht mit der Reise nach Durham die Lockdown-Regeln verletzt, aber womöglich mit einer weiteren Fahrt. Cummings war am Ostersonntag nach überstandener Covid-19-Erkrankung von Durham ins rund 40 Kilometer entfernte Dorf Barnard Castle gefahren. Angeblich wollte er testen, ob er für die Rückreise nach London fit genug war und ob sich sein durch die Erkrankung eingeschränktes Sehvermögen wieder ausreichend verbessert hatte. Ein Anwohner hatte ihn dort gesehen und angezeigt. Mit Konsequenzen habe Cummings nicht zu rechnen, teilte die Polizei mit. (APA/dpa, 30.5.2020)