DER STANDARD

Gleich zu Beginn der Debatte kommt die ernüchternde Botschaft: Helmut Mahringer, der Spezialist für den Arbeitsmarkt am Forschungsinstitut Wifo, sagt, dass seine Kollegen und er zu optimistisch gewesen seien. Die Belebung des Arbeitsmarkts laufe nach dem Ende des Lockdowns langsamer an als erwartet, das Wifo werde seine Prognose für die Arbeitslosigkeit in Österreich für 2020 anheben müssen, und zwar von 8,7 auf klar über neun Prozent.

Aber wie kommen wir aus dieser Misere heraus? Diese Frage stand im Zentrum der neuesten Ausgabe von "STANDARD mitreden". Mit dabei beim Videotalk war neben Mahringer Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP). Sie wurde gleich zu Beginn gefragt, was sie einem Arbeitslosen heute in Österreich raten würde. Ihr Tipp: "Wieder Mut fassen und einen Job suchen." Denn in den ersten Branchen habe die Belebung wieder begonnen, auch AMS-Kurse fänden wieder statt, wer also an einer Weiter- oder Umbildung interessiert sei, könne das wieder tun.

Kurzarbeit zu attraktiv?

Neos-Abgeordneter Gerald Loacker ließ mit einer Kritik aufhorchen: Die Kurzarbeit sei von der Regierung zu attraktiv gemacht worden, viele Unternehmen seien daher aktuell nicht gewillt, wieder das Risiko auf sich zu nehmen und loszulegen. Eine Position, der Arbeitsmarktexperte Mahringer etwas abgewinnen konnte.

Arbeitsministerin Aschbacher führte daraufhin aus, dass bei einer weiteren Verlängerung der Kurzarbeit über den September hinaus branchenspezifische Lösungen gefunden werden müssten, etwa für Gastronomie oder die Unterhaltungsbranche.

Schifteh Hashemi erklärte, wen die Krise besonders hart treffen werde: ältere Menschen, die ihren Job verlieren, und Langzeitarbeitslose. Auch diese Gruppe dürfe man nicht abschreiben, forderte sie. Arbeit bedeute nicht nur Einkommen, sondern auch sozialen Status und Anerkennung.

Welche Vorschläge sie hat, um ältere Arbeitslose zu unterstützen und Langzeitarbeitslosen zu helfen? Was die Runde zu einer Arbeitszeitverkürzung sagt und warum Loacker kritisiert, dass es zu wenige Mittel für das AMS gebe? Die Antworten gibt es im Video. (András Szigetvari, Ayham Yossef, 4.6.2020)