Die Corona-Krise gab dem Unternehmen den Rest.

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Köln – Die Restaurantkette Vapiano hat zwei Monate nach ihrem Insolvenzantrag einen Käufer für dutzende Restaurants in Deutschland gefunden. "Der Gläubigerausschuss hat heute dem Verkauf des wesentlichen Teils des Geschäfts der Vapiano SE und ihrer Tochtergesellschaften in Deutschland zugestimmt", teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.

Bei dem Käufer handelt es sich demnach um ein Konsortium unter Führung des ehemaligen Vapiano-Vorstandsmitglieds Mario C. Bauer. Der Kaufpreis liege bei insgesamt 15 Millionen Euro, und die Transaktion beinhalte 30 von Vapiano betriebene Restaurants in Deutschland. Die übrigen Teile des Unternehmens seien künftig noch zu "verwerten".

Verfahren eröffnet

Die Vapiano SE hatte Anfang April beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das Verfahren sei mit Wirkung zum 1. Juni eröffnet worden, hieß es nun in der Mitteilung. Die Auswirkungen der Corona-Krise waren für das ohnehin rote Zahlen schreibende Unternehmen zu viel.

Das Konsortium hatte bereits vor zwei Wochen ein unwiderrufliches Angebot für das Frankreich-Geschäft abgegeben, hieß es am Dienstag weiter. Der Kaufpreis für dieses Geschäft sei nun um drei Millionen Euro auf 25 Millionen Euro erhöht worden. "Die Annahme des Angebots wird voraussichtlich in den nächsten Tagen erfolgen."

Ende April hatte Vapiano das Geschäft zum Verkauf gestellt. Dabei wurde sowohl ein Verkauf des gesamten weltweiten Geschäfts der Vapiano-Gruppe als auch nur einzelner Restaurant-Portfolios und Vermögenswerte in Erwägung gezogen. Die Verhandlungen mit interessierten Investoren sollten demnach bis Ende Mai erfolgen.

Donhauser kauft in Österreich

Insgesamt sind bei der Vapiano SE und den ebenfalls in vorläufigen Insolvenzverfahren befindlichen operativen Tochtergesellschaften in Deutschland mehr als 2.500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Vapiano-Tochtergesellschaften in Frankreich und Luxemburg befinden sich nicht in einem Insolvenzverfahren.

In Österreich hat der Unternehmer Josef Donhauser Anfang Mai bekanntgegeben, zwölf Standorte der Restaurantkette übernehmen zu wollen. Es bedarf einer insolvenzrechtlichen Genehmigung durch das Handelsgericht. (APA, 2.6.2020)