Lisa Su im Jahr 2019 bei der Präsentation der Radeon VII.

Foto: Reuters

Das Leben als CEO eines großen Techunternehmens ist oft nicht einfach. Doch im Gegenzug darf man sich über einigen Wohlstand freuen. Das zeigen auch die Zahlen der US-Finanzaufsicht SEC. Associated Press hat sich dort nach den Einkünften der Konzernchefs umgesehen und eine Rangliste erstellt.

Vorne liegt dabei Lisa Su, die seit einigen Jahren die Geschicke von AMD liegt. Etwa 58 Millionen Dollar betrugen ihre Einkünfte 2019 laut Berechnung. Sie setzen sich aus dem Grundgehalt von rund einer Million Dollar, Bonuszahlungen sowie Aktien des Unternehmens zusammen.

Erfolgsgeschichte

Su sticht nicht nur hervor, weil sie die erste Frau ist, die den Spitzenplatz belegt, sondern auch weil sich AMD in den letzten Jahren deutlich stärker entwickelt hat, als die direkte Konkurrenz Intel und Nvidia. Der Aktienkurs hat sich unter ihrer Ägide von zwei auf rund 50 Euro vervielfacht, was sich auch in ihren Einkommen abbildet.

Das Unternehmen ist mit seiner Ryzen-Prozessorreihe mittlerweile höchst erfolgreich und mit Epyc konnte man auch im Serversegment große Sprünge machen. Fachpresse und Experten sind der Ansicht, dass man Konkurrent Intel technologisch mittlerweile in vielen Belangen überholt hat. Dessen jüngste Prozessorgeneration bietet primär eine Anhebung der Taktraten, allerdings auf Kosten deutlich gestiegenen Energiehungers.

Vergleichsweise auf kleinem Fuß, aber vermutlich immer noch sehr komfortabel, lebt Jensen Huang. Für Nvidias Lederjacken-affine CEO werden Gesamteinnahmen von 11,5 Millionen Dollar im Finanzjahr 2019 ausgewiesen, immerhin eine Steigerung um zwei Millionen.

Intel, Microsoft und Alphabet (noch) außer Konkurrenz

Heise reicht drei Konzernchefs nach, die aufgrund der Kriterien von Associated Press nicht in der Liste geführt sind, aber theoretisch vor Lisa Su lägen. Und zwar Sundar Pichai, der seit letzten Herbst nicht nur Google, sondern auch dessen Mutterkonzern Alphabet führt. Und auch Intel-Chef Bob Swan, der im Jänner 2019 an die Konzernspitze aufrückte.

Der Grund liegt darin, dass nur CEOs berücksichtigt werden, die ihr Amt seit mindestens zwei Jahren bekleiden, um der normalen Bezahlung im Vergleich zum Antritts-Aktienpaket mehr Gewicht zu geben. Swan kommt damit auf insgesamt 67 Millionen Dollar. Pichai hat alleine in Aktien rund 277 Millionen Dollar erhalten.

Microsoft-Chef Satya Nadella ist aus einem anderen Grund nicht vertreten: Microsofts Finanzjahr endet erst im Juni, der Bericht fällt also nicht in die Erhebung. Gemäß den Zahlen aus dem Vorjahr wäre er mit Einkünften von 43 Millionen Dollar aber deutlich hinter Su.

Weitere Einträge

Offizieller Bestverdiener unter den männlichen Unternehmensführern war David Zaslav von Discovery. Obwohl er 2019 gut zwei Drittel weniger verdiente, kam er immer noch auf eine stolze Summe von 45,8 Millionen Dollar. Dahinter folgen Bob Iger von Disney mit 45,6 Millionen Dollar und Adobes Shantanu Narayen mit 39,1 Millionen Dollar.

Platz 2 bei den Frauen hält Marillyn Hewson, die das Zepter bei Lockheed Martin schwingt. Sie kam auf 24,4 Millionen Dollar. Drittplatzierte ist Mary Barra von General Motors, die 21,3 Millionen Dollar verbuchen konnte.

Associated Press hat für seine Rangliste die Einkünfte der CEOs der 500 größten börsennotierten US-Firmen (gemäß S&P 500-Index) erhoben, die ihren jährlichen Finanzbericht zwischen dem ersten Juni und 30. April veröffentlicht haben. (gpi, 07.06.2020)