Valentino Lazaro hat etwas zu sagen.

Foto: Action Images via Reuters/BOYERS

Valentino Lazaro hat sich als erster ÖFB-Nationalspieler ausführlich zu den Protesten in den USA und seinen Erfahrungen mit Rassismus geäußert.

In dem Video, das der 24-Jährige auf Instagram veröffentlicht hat, findet der Newcastle-Legionär klare und deutliche Worte: "Als öffentliche Person wird einem immer wieder gesagt, dass man den Mund halten soll, keine Kommentare zu Politik abgeben soll und ein sauberes Image behalten muss. Scheiß drauf! Warum soll ich meinen Mund halten und das, was mich bewegt, zurückhalten, nur um jemandem zu gefallen. Ich werde mich nicht verändern und deshalb nicht aufhören, dafür zu kämpfen, was richtig ist, und die Menschen zu unterstützen, die da draußen auf der Straße gegen Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt kämpfen."

Erfahrungen

Lazaro wuchs in Graz auf. Sein Vater ist aus Angola, seine Mutter Österreicherin mit griechischen Wurzeln. "Ich habe selbst Rassismus erfahren, meine Familie hat Rassismus erfahren, und ich habe viele Freunde, die Rassismus erfahren haben." Weiters spricht Lazaro über den Mord an George Floyd und die Proteste in den USA.

Der Steirer gilt als einer der besten österreichischen Fußballer seiner Generation, über Salzburg zog es ihn zur Hertha nach Berlin. 2019 wechselte er für 22 Millionen Euro zu Inter Mailand, aktuell ist er an Newcastle United verliehen. "Ich kann mich glücklich schätzen, einen Beruf zu haben und während dieser verrückten Zeit mit Covid-19 arbeiten zu können. Dadurch kann ich aber nicht physisch mit euch auf der Straße marschieren und protestieren. Aber ich will, dass jeder von euch weiß, dass mein Herz und meine Seele bei euch allen ist."

"Ich sehe euch"

Der Teamspieler findet weiter deutliche Worte: "Wenn du ein Fan oder Unterstützer von mir bist, teile dieses Video, nimm dir kein Blatt vor den Mund, bilde dich fort, informier die Menschen um dich herum, deine Kinder. Rassismus wird nicht vom einen auf den anderen Tag verschwinden, aber wir können hier einen Grundstein für die nächsten Generation legen und eine bessere Welt für unsere Kinder schaffen. Es ist nicht genug, nicht rassistisch zu sein, man muss aktiv und laut antirassistisch sein."

Lazaro fährt fort: "Ich sehe euch. Ich sehe euch, die ihr aktiv und laut gegen die Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt und besonders in den USA einsteht. Und ich sehe auch euch, die ihr plötzlich in den sozialen Medien nichts mehr zu sagen habt. Soziale Medien wurden erfunden, um Menschen auf der ganzen Welt zusammenzubringen. Und ihr, die ihr jetzt plötzlich still seid: Keine Sorge, euch sehe ich auch. Wenn ihr euch denkt, dass das wieder nur ein Video über Rassismus ist und ihr des Themas überdrüssig seid: Stellt euch vor, wie leid wir es sind, immer wieder mit Rassismus konfrontiert zu werden."

Lazaro beendet das Video unmissverständlich: "Es braucht Gerechtigkeit für George Floyd, und es braucht Veränderung. All lives will not matter, until black lives matter."

Alaba: "Steht auf"

Nach Lazaro meldete sich auch David Alaba zu Wort. Unter einem Instagram-Foto schrieb der Bayern-München-Spieler: "Auch als schwarze Person, die in Wien aufgewachsen ist, musste ich mich über meine Herkunft und meine Vorfahren informieren. Wir müssen zusammenhalten und für eine Veränderung sorgen. Wenn wir nichts sagen, sind wir Teil des Problems. Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, dass meine schwarzen Brüder und Schwestern so viel durchmachen müssen. Steht auf und lasst uns das Richtige tun und das Böse bekämpfen." (hag, 5.6.2020)