J.K. Rowling ist im Netz aktuell massiver Kritik ausgesetzt. Der Autorin wird Transphobie vorgeworfen.

Foto: Evan Agostini/Invision/AP

Harry Potter-Autorin J.K. Rowling ist in den sozialen Netzwerken aktuell massiver Kritik ausgesetzt. Der Britin wird nach mehreren Tweets nachgesagt, dass sie transphob sei. Rowling machte sich anfangs über einen Artikel lustig, in dem die Rede von "Menschen, die menstruieren", war. "Menschen, die menstruieren. Ich bin mir sicher, dass es dafür mal ein Wort gab. Kann mir jemand aushelfen? Wumben? Wimpund Woomud?", twitterte die Autorin.

Unsensibel und transphob

In dem Artikel ging es um Möglichkeiten, Menstruationsmaterial in ausreichenden Mengen auch während des Corona-Lockdowns bereitzustellen. In dem Text war unter anderem die Rede von Bedürfnissen, die bei Mädchen, Frauen und "Menschen, die menstruieren", gestillt werden müssen. Nach dem Tweet wütete schnell ein Shitstorm gegen die Autorin. In tausenden Kommentaren wurde Rowling vorgeworfen, dass sie unsensibel und transphob agiere.

"Es ist nicht Hassrede, wenn man die Wahrheit spricht"

Die Britin reagierte daraufhin mit einer Reihe an Tweets. "Wenn es Geschlechter nicht gibt, kann es auch nicht gleichgeschlechtliche Anziehung geben", twitterte sie etwa. "Ich kenne und liebe transsexuelle Menschen – sobald wir aber das Konzept von Geschlecht auslöschen, entfernen wir die Möglichkeit, sinnvoll über dieses Thema zu sprechen. Es ist nicht Hassrede, wenn man die Wahrheit spricht", führte die Autorin aus.

Rowling stellt sich gegen Diskriminierung

Zudem stellte sie in weiteren Kurznachrichten klar, dass sie sofort gegen Diskriminierung gegen Transsexuelle marschieren würde, zugleich aber darauf hinweise, dass sie eben ihr Leben bislang als Frau gelebt hat. "Es ist nicht hasserfüllt, das zu sagen", twitterte Rowling zuletzt. Es ist nicht das erste Mal, dass sie von LGBTQ+-Gruppen kritisiert wird. Bereits im vergangenen Dezember ging sie auf Konfrontationskurs.

Autorin verteidigte gefeuerte Forscherin

Damals verteidigte sie eine britische Forscherin namens Maya Forstater, die ihren Job verlor, nachdem sie mehrmals gesagt hatte, dass man sein Geschlecht nicht ändern könne. "Ich glaube, dass männliche Menschen keine Frauen sind. Ich glaube nicht, dass 'Frausein' etwas mit Identität oder weiblichen Gefühlen zu tun hat. Es geht um Biologie", sagte die Forscherin etwa. Daraufhin verlor sie ihren Job bei einem britischen Thinktank.

User kündigten Boykott von Büchern an

Rowling schlug sich damals auf die Seite von Forstater. "Kleide dich gerne, wie du willst. Nenne dich, wie du willst. Schlafe einvernehmlich mit jedem Erwachsenen, mit dem du willst. Genieße dein Leben in Frieden und Sicherheit. Aber kündigt einer Frau nicht, nur weil sie sagt, dass es Geschlechter gibt", twitterte die Autorin. Daraufhin folgte ein massiver Shitstorm, bei dem auch einige User ankündigten, die Bücher der Frau nicht mehr lesen zu wollen. (red, 8.6.2020)