Bei den Protesten in Hongkong zum Jahrestag der prodemokratischen Demonstrationen ist es zu Festnahmen gekommen.

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Die Sicherheitskräfte marschierten sofort auf, gingen mit Pfefferspray vor und nahmen mindestens 53 Menschen fest.

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Hongkong – Ein Jahr nach Beginn der Demonstrationen in Hongkong hat ein Großaufgebot von Polizei neue Proteste unterbunden. Tausende Hongkonger waren am Dienstag wieder auf die Straßen gegangen, doch sofort marschierten massiv Sicherheitskräfte auf. 53 Menschen seien wegen nichtgenehmigter Kundgebungen und der Teilnahme an Versammlungen in Gewahrsam genommen worden, erklärte die Polizei am Mittwoch.

Zum Jahrestag der ersten Massendemonstration am 9. Juni 2019 hatte die Protestbewegung zum entschiedenen Widerstand gegen die Regierung und den Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung aufgerufen. Tausende Menschen gingen auf die Straße, um an den Jahrestag zu erinnern. Einige Demonstranten blockierten in der Innenstadt des Finanzzentrums Straßen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, um die Menge zu zerstreuen. Die Demokratiebewegung erhielt durch das unlängst von der Führung in Peking angekündigte nationale Sicherheitsgesetz neuen Auftrieb. Bürgerrechtler und Demonstranten befürchten einen immer stärkeren Einfluss der chinesischen Regierung und den Verlust der Autonomie Hongkongs.

Die Regierung von Hongkong hatte zuvor ein Versammlungsverbot für Gruppen von mehr als acht Personen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus ausgesprochen. Für die kommenden Tage sind weitere Proteste geplant. (Reuters, red, 10.6.2020)