So kommen die Flugblätter über die Grenze.

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Pjöngjang/Seoul – Südkorea geht gegen Propaganda gegen Nordkorea vor und gibt damit dem Druck der nordkoreanischen Regierung nach. Die Regierung kündigte am Mittwoch Maßnahmen gegen zwei Organisationen an, deren regelmäßiger Abwurf von Flugblättern über Nordkorea zur Abschaltung der Kommunikationskanäle durch Nordkorea geführt hat.

Diese Aktionen hätten "zu Spannungen zwischen den beiden Koreas geführt und das Leben und die Sicherheit der Bewohner des Grenzgebiets gefährdet", sagte der Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums, Yoh Sang-key. Seit Tagen droht Nordkorea auch mit der Schließung des gemeinsamen Verbindungsbüros und der Aufkündigung weiterer Projekte, sollte Südkorea das Abwerfen von Flugblättern durch Überläufer mit kritischen Botschaften über dem Grenzgebiet nicht unterbinden.

Überläufer besorgt

Überläufer aus Nordkorea kritisierten das Vorgehen Seouls. "Mit Schmeicheleien und Betteln kann man keinen Frieden kaufen", sagte Park Sang-hak, der Nordkorea im Jahr 2000 verließ und in den vergangenen 15 Jahren etwa einmal im Monat Flugblätter verschickt hat.

Die Entscheidung Nordkoreas zum Abbruch der Kommunikation markiert auch einen Rückschlag in den Bemühungen, das Land davon zu überzeugen, sein Atomwaffenprogramm im Gegenzug für Abschwächungen internationaler Sanktionen aufzugeben. (APA, Reuters, 10.6.2020)