53 tote Migranten wurden vor der tunesischen Küste geborgen. (Symbolbild)

Foto: AP / Felipe Dana

Tunis – Nach dem Bootsunglück vor der Küste Tunesiens hat sich die Zahl der Toten auf 53 erhöht. Damit seien vermutlich alle an Bord befindlichen Menschen tot geborgen worden, teilte der Generaldirektor der Hilfsorganisation Roter Halbmond in der Provinz Sfax, Anas Hakim, am Donnerstagabend mit. Die Suchmission sei eingestellt worden. Unter den Toten seien viele Frauen und Kinder, vor allem aus Subsahara-Afrika, gewesen.

Das Boot hatte am Samstag abgelegt. Die ersten Leichen waren am Sonntag auf den Kerkennah-Inseln vor der tunesischen Küste entdeckt worden. Die tunesischen Behörden gehen davon aus, dass sich 53 Menschen auf dem Boot befunden haben. Auch der Kapitän des Bootes, ein 48-jähriger Tunesier, sei unter den Toten.

Überfahrten von tunesischer Küste steigen stark

Seit einigen Monaten versuchen immer mehr Migranten, von Tunesien aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR stieg die Zahl der Überfahrten von Jänner bis April um mehr als 150 Prozent.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben in diesem Jahr bereits mindestens 269 Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Insgesamt kamen demnach seit 2014 mehr als 20.000 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer um. (APA, red, 12.6.2020)