Immer wieder gehen Behörden gegen Verantwortliche von Kindesmissbrauch auf den Philippinen vor.

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Innsbruck – Ein 45-jähriger Tiroler steht im Verdacht, sexuelle Missbrauchshandlungen an Kindern via Livestreaming aus den Philippinen konsumiert zu haben. Zudem sollen auf seinem Laptop Dateien mit Kindesmissbrauch gefunden worden sein. Der Mann wurde festgenommen, teilte das Bundeskriminalamt am Freitag mit. Der Verdächtige zeige sich geständig.

Die Kriminalisten waren dem Tiroler durch eine Mitteilung der britischen Behörden auf die Spur gekommen. Zunächst war gegen einen unbekannten Österreicher ermittelt worden. Die Ermittlungen ergaben schließlich, dass der 45-Jährige laufend Geldüberweisungen an eine auf den Philippinen lebende Frau getätigt hatte. Diese war bereits wegen der Vermittlung von Livestreamings mit Missbrauchshandlungen an Kindern festgenommen worden.

Chatprotokolle mit weiteren Verdächtigen

Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Tirol konnte so schließlich der Mann ausgeforscht werden. Er zeigte sich geständig und übergab der Exekutive seinen Laptop, auf dem 453 Bilder und 498 Videos, die Missbrauchshandlungen an Kindern zum Inhalt hatten, sichergestellt wurden. Als Rechtfertigung gab der Tiroler an, auf asiatischen Seiten nach pornografischen Inhalten mit erwachsenen Frauen gesucht zu haben, ihm seiden jedoch immer wieder sexuelle Handlungen mit Minderjährigen von verschiedenen Chatpartnern angeboten worden, teilte das Bundeskriminalamt mit.

Bei der Auswertung der in Tirol sichergestellten Daten stießen die Beamten zudem auf Chatprotokolle, die zu weiteren Verdächtigen führten. Auf den Philippinen konnten dadurch zwei Tatverdächtige ausgeforscht und festgenommen werden.

Von "Livestreaming" spreche man, wenn der sexuelle Missbrauch eines Kindes über eine Webcam aufgezeichnet bzw. live übertragen wird, hieß es vom Bundeskriminalamt. Dabei wird dem Konsumenten oft die Möglichkeit eingeräumt, "aktiv" durch Anordnungen am Missbrauch teilzunehmen. Diese Art des Kindesmissbrauchs sei vor allem auf den Philippinen ein immer größer werdendes Problem. (APA, 12.6.2020)