Frankeich und Käse – das gehört zusammen. Während des Lockdowns entstand eine neue Käsesorte.

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Paris – Ein Ehepaar aus Ostfrankreich hat während der Corona-Ausgangssperre per Zufall einen neuen Weichkäse entwickelt, um unverkaufte Produkte zu retten. Um den Munster nicht wegwerfen zu müssen, entschieden die Landwirte Laura und Lionel Vaxelaire aus der Gemeinde Saulxures-sur-Moselotte in den Vogesen, den Käse einfach unangetastet im Keller liegen zu lassen, berichtete Radio France Bleu am Donnerstag.

Das Ergebnis, ein mit essbaren Schimmelkulturen überzogener Munster, überzeugte die Käseproduzenten und sie entschlossen sich, "Le Confiné" den Kunden anzubieten, sagte Vaxelaire. Sie haben sehen wollen, wie der Munster "alleine arbeitet", so der Käse-Hersteller. Den Namen erhielt der Weichkäse demnach wegen der Umstände, unter denen er entstanden war. "Le Confiné" kann mit "Der Abgestandene", aber auch "Der Abgekapselte" übersetzt werden. Die Ausgangsbeschränkung heißt auf Französisch "confinement".

In Frankreich war wegen der Coronavirus-Pandemie eine fast zwei Monate dauernde strikte Ausgangssperre verhängt worden. Während dieser Zeit seien die Verkäufe der Käserei um 80 Prozent zurückgegangen, sagte Lionel Vaxelaire, der gemeinsam mit seiner Frau Käse aus Milch von Vogesenrindern herstellt.

Der "Le Confiné" sei eine schöne Überraschung gewesen, sagte Lionel Vaxelaire. Die Kunden würden den neuen Käse gut annehmen. Die Käse-Neuheit gilt jedoch nicht als Munster AOC, erklärte Vaxelaire. Denn für das Schutzsiegel müsse der traditionell in Ostfrankreich hergestellte Käse alle zwei Tage gewaschen werden. (APA, 12.6.2020)