Sprüche wie "Bald wird jeder einen Corona-Toten kennen" klingen nachträglich verdammt komisch.

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Inzwischen steht ja fest, dass uns die türkis-grüne Regierung einen Schmäh erzählt hat, was die Ausgangsbeschränkungen während der ersten Corona-Phase betrifft. Es gab wochenlang Verbote ("Es gibt nur vier Gründe, außer Haus zu gehen ..."), die juristisch keine Basis hatten. Aber aufgrund derer die Polizei fest gestraft hat: 500 Euro für Parkbanksitzen, mit der U-Bahn auf die Donauinsel fahren, einen Freund in der Wohnung besuchen, Klimmzüge im Kletterpark machen usw. "Gelindere Mittel" waren, Kinderwagen schiebende Frauen mit Kopftuch auf der Prater-Hauptallee mit dem Lautsprecher anzubrüllen: "Nach Hause gehen!"

Der Großteil der Beschränkungsmaßnahmen war medizinisch sogar sinnvoll. Aber die Strafen hatten keine gesetzliche Grundlage. ORF-Moderator Armin Wolf klopft sich, der gesamten Medienbranche und der Opposition auf die Brust, dass wir das nicht früher aufgedeckt haben. Jetzt hat sich ein Bestrafter vor dem Verwaltungsgericht durchgesetzt. Niederösterreich hat überhaupt eine Kulanzlösung gefunden und zahlt auch an jene zurück, die keinen Einspruch erhoben. Der Magistrat Wien sagt jedoch: "Bei uns net, klagts den Bund."

Noch einmal: Der Lockdown war sinnvoll. Aber man hat ihn uns mit einer Obrigkeitsmentalität und mit Sprüchen ("Bald wird jeder einen Corona-Toten kennen ...") aufs Aug’ gedrückt, die nachträglich verdammt komisch klingen. (RAU, 13.6.2020)