Apple macht in China sehr viel Geld. Und dafür ist man bereit durchaus umstrittene Kompromisse einzugehen.

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Wer in China Geschäfte machen will, der muss sich an deutlich strengere Auflagen halten als in vielen anderen Ländern. Eine Situation, die dazu geführt hat, dass einige IT-Firmen vollständig darauf verzichten, in China – und damit einem der lukrativsten Märkte der Welt – aktiv zu sein. Andere wie Apple haben sich hingegen auf dieses Spiel eingelassen, und welche Konsequenzen das hat, zeigt nun einmal mehr ein aktueller Vorfall.

Rauswurf

Apple hat mehrere Podcast-Apps aus der chinesischen Variante seines App Stores geworfen – darunter auch das äußerst beliebte Pocket Cast. Dessen Entwickler zeigen sich auf Twitter über diese Entscheidung entsprechend wenig erfreut. Die Löschung sei nach einer Aufforderung der chinesischen Internetzensur erfolgt – der Cyberspace Administration of China (CAC). Der genannte Grund dafür sei, dass über die Apps Inhalte erhältlich seien, die in China illegal wären – also Podcasts mit kritischen Inhalten. Eine Abmahnung durch die CAC habe man erst zwei Tage vorher erhalten, so die Entwickler.

Bei Pocket Casts betont man aber ohnehin, dass man sich diesem Druck nicht beugen werde. Lieber sei man in China nicht verfügbar als die über die eigene App ausgelieferten Inhalte zu zensieren. Der Anbieter eine anderen betroffenen App namens Castro geht davon aus, dass die prominente Platzierung von Inhalten zur Protestbewegung "Black Lives Matter" den Ausschlag für die aktuelle Sperre gegeben haben.

Immer wieder Kritik

Apple musste sich in der Vergangenheit immer wieder Kritik für die willfährige Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden anhören. So hat man auf deren Wunsch in der bereits viele VPN-Clients und Nachrichten-Apps entfernt. Für scharfe Kritik von Menschenrechtsorganisationen sorgte zudem eine Änderung, mit der Apple den Betrieb der iCloud in China an ein staatsnahes Unternehmen übergeben hat – womit man die Daten der Nutzer defakto an die Behörden ausliefere, so die Kritiker. (apo, 14.06.2020)