Bill Gates, hier mit einem Meningitis-Impfstoff.

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Rund um das Coronavirus ranken sich allerlei Verschwörungstheorien. Das Virus werde über 5G-Masten verbreitet, es sei eine chinesische Biowaffe, und eine Impfung sei schon längst entwickelt worden, werde aber im Interesse der Mächtigen zurückgehalten, heißt es etwa auf einschlägigen Seiten und Kanälen. Auch Bill Gates, der über seine Stiftung Geld in die Entwicklung eines Impfstoffes steckt, ist ein beliebtes Ziel.

Eine Untersuchung des Austrian Corona Panel Project der Uni Wien, das im Zweiwochentakt dieselben 1.502 Personen zu unterschiedlichen Themen befragt, liefert dazu nun eine gute und eine schlechte Nachricht, berichtet die "Futurezone". Die positive Botschaft zuerst: Keine der bekannteren Verschwörungen wird von einer Mehrheit als wahr empfunden. Der Haken: Teilweise gibt es viele Menschen, die nicht ausschließen wollen, dass sie zutreffen.

Foto: Uni Wien/Austrian Corona Panel Project

Kaum jemand glaubt an Verbreitung über 5G

Am wenigsten wirksam ist bislang die Behauptung, das Virus verbreite sich über 5G-Mobilfunk. 65 Prozent der Befragten waren sich "sehr sicher", dass das nicht zutrifft, 14 Prozent immerhin "ziemlich sicher". 18 Prozent hielten diese Annahme für möglich, wollten sich aber weder explizit für oder gegen ihre Richtigkeit deklarieren. Zwei Prozent gehen "eher sicher" davon aus, dass Viren neuerdings per Funk reisen können, ein Prozent ist sogar "sehr sicher" diesbezüglich.

Was die Unterstellung angeht, dass Bill Gates alle Menschen zwangsweise impfen wolle, ist diese Wahrnehmung bereits deutlich verschoben. 61 Prozent sind sehr oder ziemlich sicher, dass der Microsoft-Mitgründer nichts derartiges plant. 24 Prozent stehen zwischen den Seiten, 15 Prozent halten die Gates'sche Impfverschwörung mit hoher oder sehr hoher Wahrscheinlichkeit für real.

Die Haltung zu den jeweiligen Verschwörungstheorien variiert auch stark nach politischer Zuordnung. 29 Prozent der FPÖ-Wähler glauben an die angeblichen Zwangsimpfungspläne von Bill Gates, 28 Prozent sind unentschieden. Beides liegt deutlich über dem Gesamtschnitt. (red, 17.6.2020)