Chinesische Soldaten in Ladakh. Auf dem Transparent steht "Sie haben die Grenze überschritten, gehen Sie bitte zurück". Das Archivbild wurde am 5. Mail 2013 aufgenommen.

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Indien verlegte am Freitag weitere Truppen in die Region.

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Neu-Delhi/Peking – Nach tödlichen Zusammenstößen im Grenzkonflikt zwischen China und Indien haben sich die Außenminister beider Länder auf eine "Abkühlung" der Situation verständigt. Beide Seiten hätten bei einer Telefonkonferenz zugestimmt, mit den Ereignissen im Galwan-Tal "fair umzugehen", die "Abkühlung" so schnell wie möglich zu erreichen, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Mittwoch.

So solle der Frieden in den Grenzregionen im Himalaja erhalten werden, so der Sprecher.

Bei den tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Soldaten beider Seiten in der Grenzregion Ladakh waren am Montag erstmals seit Jahrzehnten Soldaten getötet worden. Nach Angaben der indischen Armee wurden bei einem Zwischenfall im strategisch wichtigen Galwan-Tal mindestens 20 ihrer Soldaten getötet. Die Soldaten hätten sich handgreifliche Auseinandersetzungen geliefert, es seien keine Schüsse gefallen.

Zahlreiche Abstürze

Dem "Guardian" zufolge bewarfen sich die Gegner mit Steinen, der Großteil der Todesopfer soll auf Abstürze im hochalpinen Gelände zurückzuführen sein.

An der 3.500 Kilometer langen Grenze zwischen Indien und China, deren genauer Verlauf in mehreren Gebieten umstritten ist, hatten die Spannungen zuletzt stark zugenommen. Peking beansprucht etwa 90.000 Quadratkilometer eines Gebiets für sich, das sich unter der Kontrolle Neu-Delhis befindet. Im Jahr 1962 führten die beiden Atommächte einen kurzen Krieg um die Grenze im Himalaja. (APA, AFP, 17.6.2020)