Fehler passieren, so Kanzler Kurz.

Foto: REUTERS/Lisi Niesner

Etwas mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut hatte die frühere Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein Berichten zufolge am Donnerstag, als sie am Steuer ihres Wagens in Wien-Neubau in eine nächtliche Verkehrskontrolle geriet.

Wie "Heute" berichtete, wurden in Bierleins Atem 0,9 Promille gemessen, als sie von einer Feier in der Innenstadt kommend vor dem Museumsquartier angehalten wurde. "Es tut mir aufrichtig leid", kommentierte die ehemalige Höchstrichterin und Chefin der Beamtenregierung (Juni 2019 bis Jänner 2020) am Donnerstag zerknirscht. Sie sei ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht geworden.

Keine Vorwürfe

Ihr Vorgänger und Nachfolger, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), will Bierlein das Vergehen am Freitag nicht vorwerfen. "Jedem kann ein Fehler passieren. Wer nie einen Fehler gemacht hat, der werfe den ersten Stein", sagte Kurz am Freitag auf eine entsprechende Frage in Wien.

Er schätze Bierlein, sie habe "Großes für unsere Republik geleistet, sowohl als Verfassungsrichterin und Präsidentin des Gerichts als auch als Übergangsbundeskanzlerin", betonte Kurz.

Bierlein war noch an Ort und Stelle der Führerschein abgenommen worden, wie es in Österreich ab einem Grenzwert von 0,8 Promille vorgesehen ist. (red, 19.6.2020)