15. Dezember 2019: Kapitän Crozier wendet sich an die Mannschaft

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Brett Crozier darf kein Schiff mehr kommandieren.

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Die Roosevelt im Nordpazifik, 18. März 2020.

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Washington – Das US-Militär hält an der Entlassung des früheren Kapitäns des US-Flugzeugträgers USS Theodore Roosevelt fest, dem ein Coronavirus-Ausbruch an Bord zum Verhängnis geworden war. Kapitän Brett Crozier verbleibe in der Marine, werde aber auch künftig kein Schiff mehr führen dürfen, sagte der zuständige Admiral, Michael Gilday, am Freitag bei der Vorstellung eines Untersuchungsberichts.

Crozier habe nicht schnell und entschlossen genug gehandelt, um den Coronavirus-Ausbruch an Bord zu stoppen, sagte Gilday. Crozier war vor knapp drei Monaten entlassen worden, weil er infolge des Ausbruchs offenbar an der normalen Befehlskette vorbei in einem Schreiben eindringlich um Hilfe gebeten hatte.

5.000 Besatzungsmitglieder

In dem Brief, der auch an die Öffentlichkeit gelangt war, hatte Crozier eine rasche Evakuierung des Schiffs mit rund 5.000 Besatzungsmitgliedern gefordert. Wenige Tage später reichte auch der amtierende Marinestaatssekretär Thomas Modly seinen Rücktritt ein, nachdem er wegen abfälliger Äußerungen über Crozier in die Kritik geraten war.

Bis Ende April war bei fast 1.000 Besatzungsmitgliedern des atomgetriebenen und hochgerüsteten Schiffs eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Das Schiff lag vor der Pazifikinsel Guam, wo die Soldaten ab Ende März in Quarantäne untergebracht wurden. Ende Mai stach der Flugzeugträger wieder in See. (APA, 19.6.2020)