Italien zählt zu ein der beliebtesten Reisezielen der Österreicher. Von Küstenstädten bis hin zu historischen Bauwerken und vielfältige Landschaften – das Land bietet eine große Bandbreite an sehenswerten Orten. Jetzt, da man wieder ungehindert in das Land reisen kann, haben wir ein paar Reisetipps zusammengestellt – für alle Rückkehrer und all jene, die das Land in all seinen Facetten neu entdecken wollen.

Aktuelle Corona-Zahlen in Italien

Die Marken

Die Region Marken gehört für die Reiseexperten von "Lonely Planet" zu den Top-Regionen 2020. Tatsächlich sieht es so aus, als ob die bisherige Zweitbesetzung auch endlich bereit ist, im Mittelpunkt zu stehen. Obwohl die Hauptrollen in der Regel bei seinem Nachbarn, der Toskana, liegen, verfügt die italienische Region Die Marken (italienisch: Le Marche) über ein ebenso breites Repertoire. Es beherbergt ebenso Bergstädte, prächtige Food-Festivals, Renaissance-Paläste, verwinkelte Landschaften und einladende Strände mit dem gleichem Flair, aber dem zusätzlichen Bonus, dass seine Attraktionen viel weniger bekannt sind. Im Jahr 2020 steht vor allem Urbino im Rampenlicht. In der "malerischsten Stadt" der Marche feiert man den 500. Todestag des großen Malers aus der Renaissance, der hier aufgewachsen ist: Raphael.

Urbino: Hier wurde der Renaissance-Maler Raphael groß.
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Riviera del Conero, Marken

Die Riviera del Conero in der Region Marken ist vermutlich nur wenigen ein Begriff. Dabei hat der Küstenabschnitt so einiges zu bieten: beeindruckende Landschaften, interessante Sehenswürdigkeiten und einige schöne Buchten findet man hier. Darüber hinaus einen beeindruckenden Naturpark, kleine Dörfer und Strände, die zum Verweilen einladen. So ist zum Beispiel die Bucht von Portonovo inmitten des Naturschutzgebiets ein echter Geheimtipp: Die "grüne Bucht" ist von einer sattgrünen Landschaft umgeben und beherbergt einen echten Bilderbuchstrand mit glasklarem Wasser. Sehenswert sind auch die Piazzanova Gärten von Osimo, wo man den Blick auf die Küste und die Sibillini Berge genießen kann.

die Bucht von Portonovo
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Pistoia, Toskana

Ganz ohne Toskana geht's dann doch nicht: Wenn man Pisa und Florenz schon gesehen hat, könnte man auf Pistoia ausweichen. Das kleine Städtchen in der Toskana ist mindestens genauso schön wie seine berühmten Nachbarn und erinnert auch optisch ziemlich an Florenz. Bauwerke aus der Romanik und Gotik prägen das Stadtbild, man schlendert durch das (hoffentlich wieder) belebte Marktviertel und kann Stadtschlösser bewundern.

Den Mittelpunkt der Innenstadt bildet der Domplatz mit der romanischen Cattedrale di San Zeno aus dem 13. Jahrhundert. Das besondere an der Kathedrale ist der mehrstöckige Glockenturm, der über mehrere Jahre hinweg erbaut wurde. Auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten. Durch die Lage am Fuße des Apennin bietet die Stadt gute Möglichkeiten zum Wandern und Mountainbiken. Im Winter kann man in der Region sogar Skifahren.

Pinienwald im Naturpark San Rossore Migliarino Massaciuccoli
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Naturpark San Rossore Migliarino Massaciuccoli, Toskana

Trotz seiner urbanen Lage bei Pisa konnte der Naturpark San Rossore Migliarino Massaciuccoli seine biologische Diversität bewahren und stellt bis heute einer der wenigen unbebauten Küstenstreifen entlang der italienischen Region Toskana dar. Der Naturpark San Rossore Migliarino Massaciuccoli liegt in der Toskana und erstreckt sich über 24.000 Hektar entlang der Küste zwischen den Städten Viareggio, Pisa und Livorno.

Wer einen Urlaub in der Toskana plant, reist meist in die beliebten italienischen Städte Lucca, Viareggio oder Pisa. Nur wenige Besucher entdecken auch das toskanische Hinterland, welches von Pinienwäldern, Sumpfgebieten und unberührten Küstenstreifen durchzogen wird. Der Naturpark San Rossore Migliarino Massaciuccoli schützt seit 1979 die einzigartige Natur des urbanen Randgebietes und ist für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt bekannt. Urlauber haben hier die Möglichkeit schöne Wandertouren durchzuführen und dabei Rotfüchse, Rehe oder Wölfe in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Chioggia, Venetien

Farbenprächtige Häuser, schmale Gässchen und malerische Kanäle findet man in Chioggia. Das kleine Fischerstädtchen in der Region Venetien erinnert an Venedig. Das ist auch kein Zufall, denn Chioggia liegt am südlichen Ende der Lagunenstadt und wird oft auch als "Klein-Venedig" bezeichnet.

Chioggia wird gerne als "Klein-Venedig" bezeichnet.
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Wie in Venedig gibt es auch hier viele romantische Brücken, schmale Kanäle und kleine Cafés. Der große Unterschied ist aber, dass es hier auch schon vor Corona kaum Touristen gab. Man schlendert den Corso del Popolo entlang, besucht den Fischmarkt in der Pescheria und genießt einfach die entspannte Stimmung.

Polignano a Mare
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Polignano a Mare, Apulien

Polignano a Mare in der süditalienischen Region Apulien gehört für viele zu den schönsten Küstenstädten. Die spektakuläre Lage auf einem Felsen, die weiß gekalkten Häuser und die zahlreichen Grotten machen Polignano a Mare zu einem besonderen Ort. Polignano a Mare war schon mehrfach Austragungsort des Red Bull Cliff Diving. Dabei springen zwölf der weltbesten Klippenspringer von einer Plattform in 24 Metern Höhe in die Adria. Das Highlight der Stadt ist die Grotta Palazzese, ein Höhlenrestaurant mit Blick aufs Meer.

In der Gegend um Otranto findet man auch diese spektakuläre Küste.
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Otranto, Apulien

Die kleine Hafenstadt Otranto in Apulien mag vielleicht nicht ganz so bekannt sein, wie andere Küstenstädte in Italien aber genau deshalb ist sie einen Besuch wert. Abseits der üblichen Touristenpfade findet man hier neben schönen Stränden ein Stück authentisches Italien. Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Otranto ist das Castello Aragonese – von hier aus hat man eine gute Aussicht auf das türkisblaue Meer. Aber auch die historische Altstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, ist eine Sehenswürdigkeit an sich. Die Gassen und Häuser bieten eine eigene, ruhige Atmosphäre.

Matera, die Europäische Kulturhauptstadt 2019
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Matera, Basilikata

Die lukanische Stadt Matera ist einer breiteren Öffentlichkeit noch als Europäische Kulturhauptstadt 2019 in Erinnerung. Bekannt ist die Stadt vor allem wegen der antiken Höhlensiedlungen, den sogenannten Sassi di Matera, die der Stadt ihren ursprünglichen Charme verleihen. Die einzigartigen Höhlensiedlungen gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und gewähren einen Blick in die Vergangenheit. Bis in die 1950er Jahre dienten diese Höhlen den Einheimischen tatsächlich als Wohnort – heute fungieren sie als beliebte Touristenattraktion.

Beschauliches Örtchen: Scilla
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Scilla, Kalabrien

Das kleine Fischerdorf, das seinen Namen einer Kreatur aus der griechischen Mythologie zu verdanken hat, soll einer der romantischsten Plätze in Italien sein. Scilla liegt in der Region Kalabrien und ist mit 5.000 Einwohnern eher ein beschauliches Örtchen. Hier kann man stundenlang am Hafen sitzen, durch die schönen Gassen schlendern oder einfach am Strand liegen. Besonderes Highlight ist das Castello Ruffo, das hoch oben auf einem Felsen thront. Scilla ist einer der schönsten Geheimtipps in Italien und unbedingt einen Besuch wert. Am besten kann man das kleine Dorf ab dem Flughafen Reggio Calabria erreichen. Von dort aus braucht man mit dem Auto etwa eine halbe Stunde nach Scilla.

Versteckte Bucht auf Ponza, Pontinische Inseln
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Pontinische Inseln, Latium

Nur wenige Kilometer von der Küste Latiums entfernt befinden sich die Pontinischen Inseln, die wahrscheinlich nur wenigen bekannt sind. Dabei locken die sechs Inseln Gavi, Zannone, Palmarola, Ventotene, Santo Stefano und Ponza mit unberührter Natur und Buchten, die ihresgleichen suchen. Hier könnt man tatsächlich noch an verlassenen Stränden sonnen und die Ruhe genießen. Während einige der Inseln unbewohnt sind, bietet Ponza eine gute touristische Infrastruktur. Hier findet man einige kleinere Hotels, ruhige Strände und klares Wasser. Die Pontinischen Inseln bieten sich daher als Alternative zu bekannteren italienischen Urlaubszielen an.

Elba: Schnorcheln für Einsteiger und Fortgeschrittene
Foto: EPA/FABIO MUZZI / GUARDIA DI FINANZA

Schnorchel-Spot: Elba

Kristallklares Wasser, schillernde Fische und Quallen und leuchtendrote Fächerkorallen kennzeichnen die Unterwasserwelt von Elba. Die Urlaubsinsel im Mittelmeer zählt zu den beliebtesten Tauch- und Schnorchelregionen Italiens. Und das liegt neben der Artenvielfalt auch an der Vielzahl einsteigerfreundlicher Schnorchelspots. Für Kinder und Schnorchel-Anfänger eignen sich beispielsweise die Strände von Lacona oder von Marina di Campo. Wer sich hingegen etwas mehr zumutet, kann auch an einem Wrack namens "Elviscott" nahe Pomonte schnorcheln. Seit 1972 liegt das Schiff auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von rund 15 Metern und lässt sich auch von der Meeresoberfläche aus gut beobachten.

Vulkaninsel Ustica
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Auch super zum Schnorcheln: Ustica, Sizilien

Die Vulkaninsel Ustica markiert Italiens erstes Meeresschutzgebiet und beeindruckt seine Besucher mit einer vielseitigen Unterwasserwelt. Von Einheimischen wird das Naturschutzgebiet gerne als "Lunge des Mittelmeers" bezeichnet, weil auf dem Meeresgrund sogenanntes Neptungras wächst, das mehr Sauerstoff produzieren kann als so manche Bäume. Zwar finden Besucher auf der Insel keine Sandstrände, dafür schnorcheln sie umgeben von Steilküsten und Felsgrotten.

Urlaub am Bauernhof, Südtirol

Vom Meer in die Berge: In den Bergen Südtirols scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Nach genau dieser Idylle sehnen sich momentan viele Urlauber. Mehr als 1.600 Bergbauern- und Obstbauernhöfe sowie Weingütern in ganz Südtirol sind unter der Dachmarke Roter Hahn vereint. Ob auf dem Ritten bei Bozen, in Meran, den Dolomiten oder im Vinschgau: Alle Unterkünfte haben maximal fünf Ferienwohnungen bzw. acht Zimmer und bieten eine familiäre und damit ungestörte Atmosphäre.

Südtirol
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Das Frühstück mit hofeigenen Produkten wie Käse, Schinken und Marmeladen wird auf Wunsch vor die Tür geliefert. Im Juli sind dann auch die Heustadel prall gefüllt und bieten nicht nur Kindern einen idealen Abenteuerspielplatz.

Vom Tal zum Gletscher

Zu den größten Naturschutzgebieten in den Alpen zählt der Nationalpark Stilfserjoch (Parco dello Stelvio), der sich über vier italienische Provinzen erstreckt, die gesamte Ortler-Gruppe in sich vereint und mit mehr als 30 Dreitausendern auftrumpft. Das Besondere an diesem geschützten Gebiet sind die verschiedenen alpinen Klimazonen: Das heißt vom Talboden bis hinauf in hochalpine Gletscherregionen sind alle Landschaftsformen der Alpen zu finden. Zahlreich sind auch Flora und Fauna mit Steinböcken, Murmeltieren, Steinadlern und Edelweiß vertreten. Geführte Exkursionen werden das ganze Jahr über angeboten.

Wo der Steinbock König ist: Nationalpark Grand Paradiso
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Nationalpark Gran Paradiso, Aostatal und Piemont

Am Fuße des namengebenden Berges Gran Paradiso erstreckt sich der italienische Nationalpark auf 70.000 Quadratkilometern über die Regionen Aostatal und Piemont. Eingebettet von eindrucksvollen Drei- und Viertausendern, sind die felsigen Flanken und markanten Gipfel der Berge sowie die lose verteilten Almen im Nationalpark allgegenwärtig. Aktivurlauber können die Landschaft zu jeder Jahreszeit erkunden: Wanderwege durchziehen die Täler, Wasserfälle locken im Winter die Eiskletterer und viele Loipenkilometer die Ski-Langläufer an.

Monte Piana

Spektakuläre Aussichten erwarten jeden Wanderer, der es mit dem 2.324 Meter hohen Monte Piana in den Sextener Dolomiten auf sich nimmt. Kaum zu glauben, dass der schöne Aussichtsberg auf einer schrecklichen Vergangenheit ruht: Noch heute ist das große Plateau auf dem Prachtberg von Schützengräben durchzogen. Alte Stellungen und Krater von Artilleriegeschossen machen aus der Berglandschaft ein Freilichtmuseum über den ersten Weltkrieg. (red, 23.6.2020)

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Touristische Informationen:

Agenzia Nationale Turismo

Wichtige Informationen:

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