Die regelmäßigen Einsätze der USA im Südchinesischen Meer sorgen immer wieder für Verärgerung in Peking.

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Peking – Wegen der Entsendung von Kriegsschiffen ins Südchinesische Meer hat China die USA vor einem erhöhten Risiko einer militärischen Eskalation in dem umstrittenen Seegebiet gewarnt. Der Einsatz des US-Militärs im asiatisch-pazifischen Raum sei "beispiellos", sagte Wu Shicun, Chef eines regierungsnahen Instituts für das Südchinesische Meer, am Dienstag. "Die Möglichkeit eines militärischen Zwischenfalls oder eines versehentlichen Schusses steigt", so der Regierungsbeamte.

Einem am Dienstag von Wus Institut veröffentlichten Bericht zufolge haben die USA 375.000 Soldaten und 60 Prozent ihrer Kriegsschiffe im asiatisch-pazifischen Raum stationiert. Drei US-Flugzeugträger seien in der Region. Während der achtjährigen Amtszeit des ehemaligen Präsidenten Barack Obama habe die US-Marine vier Einsätze für die "Freiheit der Schifffahrt" ausgeführt. Unter dessen Nachfolger Donald Trump waren es laut Wu bisher 22.

Kommunikation intensivieren

Die Streitkräfte beider Seiten "sollten die Kommunikation intensivieren", um "strategische Missverständnisse und Fehleinschätzungen zu verhindern", hieß es in dem Bericht. Hochrangige Militärtreffen sollten wieder aufgenommen und gemeinsame Seemanöver vollzogen werden. Laut dem Bericht betrachtet Peking Washington nicht als potenziellen Rivalen. Auch ein "neuer kalter oder heißer Krieg" mit den USA werde nicht ins Auge gefasst.

Die regelmäßigen Einsätze der USA im Südchinesischen Meer sorgen immer wieder für Verärgerung in Peking. China sowie die an das Meer angrenzenden Staaten erheben territoriale Ansprüche auf das umstrittene Seegebiet. Peking wiederum heizt den Territorialkonflikt immer wieder an, indem es unter anderem in Teilen des Meeres künstliche Inseln aufschüttet und diese für militärische Einrichtungen nutzt. Das Südchinesische Meer ist für die umliegenden Länder für die Schifffahrt strategisch und wirtschaftlich enorm wichtig. (APA, 23.6.2020)