Santorins weiße Häuserfassaden sind weltberühmt.

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Es hat einen einfachen Grund, warum die Häuser auf den griechischen Urlaubsinseln in strahlendem Weiß und im kühlen skandinavischen Norden gerne etwas farbenfroher sind: Sonnenreflexion. Dunklere absorbieren sehr viel Sonnenlicht und reflektieren viel weniger als hellere Farben – je nach Klima sind also unterschiedliche Häuserfassaden zu beobachten, um das Innenleben möglichst angenehm zu gestalten. Auch Begrünung und die Nutzung von Photovoltaikanlagen, metallische Reflektoren und andere Verdunkler sind bereits im Einsatz. Stark reflektierende Materialien und auch weiße Häuser können mitunter aber sogar dem Augenlicht schaden. Forscher der University of Columbia haben nun jedoch herausgefunden, wie man sein Gebäude vor zu stärker Wärmeentwicklung schützen kann, ohne dabei auf farbliche Akzente zu verzichten.

Die neue Oberflächenfarbe besteht aus zwei extra aufgetragenen Schichten. Die untere Schicht besteht aus einem porösen Polymer, das Lichtstrahlen in verschiedenste Richtungen stark reflektiert und somit nur wenig Wärme aufnimmt. Darüber liegt eine sehr dünne Schicht der herkömmlichen Farbe, die ausreicht, um den gewünschten ästhetischen Vorstellungen der Häuslbauer zu entsprechen.

Alle Farben kühler

In Tests konnten die Forscher die Temperatur schwarz gestrichener Häuser so um bis zu 15,6 Grad Celsius abkühlen. Auch bei anderen Farben ließen sich deutliche Temperaturunterschiede feststellen. Blaue, rote und gelbe Fassaden waren dank der neuen Unterschicht um 6,6 Grad, 3 Grad beziehungsweise 7,3 Grad kühler.

Die Forscher hoffen, dass die zweischichtige Farbe den Kühlbedarf in besonders heißen Regionen deutlich reduzieren könnte. Immerhin 15 Prozent des gesamten US-Strombedarfs gehen für die Kühlung von Häusern und Wohnungen drauf. Die Klimaanlagen wiederum machen die Städte heißer. Neben Häusern sollen auch Kleidung, Autos und zahlreiche andere Oberflächen mit der besser reflektierenden Farbe bemalt werden können. (faso, 27.6.2020)